Spanien isoliert kreuzfahrt-passagiere: ein drastischer schritt?
Madrid hat eine ungewöhnliche Entscheidung getroffen: Die 14 spanischen Staatsbürger, die sich an Bord des Kreuzfahrtschiffs MVHondius befanden, werden für 42 Tage in einem Krankenhaus unter Quarantäne gestellt. Während andere Länder ihre Bürger lediglich zur Selbstisolation aufforderten, setzt Spanien auf eine radikale Maßnahme, die von Experten gelobt wird.

Die strategie hinter der quarantäne
Die Entscheidung Spaniens, die Passagiere in der Klinik Gómez Ulla unterzubringen, ist ein deutlicher Unterschied zu den Vorgehensweisen anderer Nationen. Milagros García, ehemalige Direktorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), bekräftigte in einem Interview mit ‘Más Vale Tarde’ von La Sexta, dass Spanien seine Verantwortung ernst nimmt. “Die Verantwortung Spaniens endet, sobald die Passagiere in ihren eigenen Flugzeugen sind. Danach liegt die Verantwortung bei den Herkunfts- oder Transferländern”, erklärte sie.
García betonte, dass das spanische Protokoll die effektivste Methode sei, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. “Es ist die beste Art, um sicherzustellen, dass es keine Ansteckungen gibt.” Sie lobte die konsequente Umsetzung des Protokolls durch Spanien und bezeichnete es als “hundertprozentige Sicherheitsmaßnahme”.
Die Kosten dieser Maßnahme – sowohl personell, sanitär als auch wirtschaftlich – sind beträchtlich. García räumte ein, dass diese Protokolle eine Belastung darstellen, betonte aber, dass sie unerlässlich sind, um die öffentliche Gesundheit zu schützen. Während andere Länder möglicherweise ihre Sicherheitsvorkehrungen gelockert haben, stehe Spanien zu seiner rigorosen Strategie.
Ein weiterer Streitpunkt betrifft die Definition des “Nullpunkts”. Spanien zählt die Infektionen ab dem Zeitpunkt der Einweisung in das Krankenhaus, während andere Länder den Zeitpunkt an Bord des Schiffes als Ausgangspunkt nehmen. Diese unterschiedliche Messung erschwert den Vergleich der Situationen.
Die Entscheidung Spaniens mag drastisch erscheinen, doch die Expertise von García und die konsequente Umsetzung des Protokolls lassen darauf schließen, dass es sich um einen bewussten und wohlüberlegten Schritt handelt, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sich diese Strategie tatsächlich als wirksam erweist.
