Spanien führt: ki-modelle sehen rot gegen andere fußballnationen

Die Vorfreude auf die Weltmeisterschaft steigt, und mit ihr die Spannung, wer den begehrten Pokal in den Himmel hebt. Doch während Fans weltweit ihre Teams anfeuern, haben Supercomputer bereits ihre Vorhersagen abgegeben – und die lautet eindeutig: Spanien ist der Favorit. Eine neue Studie der Technischen Universität Dortmund reiht sich in die bereits vorhandenen Prognosen von Opta und EA Sports ein und bestätigt die spanische Überlegenheit.

Die zahlen sprechen eine deutliche sprache

Die zahlen sprechen eine deutliche sprache

Laut der Analyse, die auf einer beeindruckenden Datenbasis von über 100.000 simulierten Spielen basiert, weist Spanien eine Gewinnwahrscheinlichkeit von 14,5% auf. England und Frankreich folgen mit 12,4% bzw. 11,2%. Deutschland, traditionell eine Fußballhochburg, liegt mit 11,2% nur knapp dahinter. Portugal und Argentinien werden mit 8,9% und 8,2% gelistet, während die Niederlande und Brasilien mit 5,6% bzw. 4,7% deutlich weiter hinten rangieren. Die Faszination liegt darin, dass diese Modelle, basierend auf historischen Daten, Wettquoten und Spielerbewertungen, versuchen, die Unvorhersehbarkeit des Fußballs zu bändigen.

Achim Zeileis von der Universität Innsbruck, der an der Studie beteiligt war, betont, dass die diesjährige WM-Saison besonders eng um den Titel kämpft. „Die Verteilung der Wahrscheinlichkeiten ist ungewöhnlich breit gefächert“, so Zeileis. Das bedeutet: Auch wenn Spanien als Favorit gilt, sind viele andere Mannschaften durchaus in der Lage, die überraschende Überraschung zu liefern.

Ein komplexes Modell: Mehr als nur Statistik Der Schlüssel zu dieser Vorhersage liegt in der Kombination aus traditioneller Statistik und modernster künstlicher Intelligenz. Das Forscherteam stand dabei vor einigen Herausforderungen. Die Beschaffung aller relevanten Daten, insbesondere der finalen Kaderlisten, war eine logistische Meisterleistung. Rouven Michels vom Team von Andreas Groll erklärt: „Wir haben das Modell 100.000 Mal durchgespielt, jedes Mal mit zufälligen Ergebnissen, basierend auf dem eigentlichen Spielplan und den FIFA-Regeln.“

Interessant ist, dass die Modelle in der Vergangenheit bereits ihre Treue bewiesen haben. So gewannen die als Favoriten gehandelten Teams die WM 2010 (Spanien), die EM 2012 (Spanien) und die Frauen-WM 2019 (USA).

Andreas Groll von der Technischen Universität Dortmund relativiert den Stellenwert der Favoritenrolle: „Die Wahrscheinlichkeit, dass der Top-Favorit gewinnt, liegt selten über 20%. Das bedeutet, dass eine 80-prozentige Chance besteht, dass eine andere Mannschaft triumphiert. Als Statistiker interessiere ich mich daher mehr dafür, ob die Teams, die wir für den weitern Weg sehen, dies auch tatsächlich tun.“

Die KI-Modelle haben ihre Hausaufgaben gemacht, aber der Fußball ist bekannt für seine unvorhersehbaren Wendungen. Ob Spanien den Erwartungen gerecht wird, wird sich erst auf dem Platz zeigen. Eine Sache ist jedoch sicher: Die Vorhersagen dieser Supercomputer liefern Stoff für hitzige Debatten und erhöhen die Vorfreude auf die kommende Weltmeisterschaft.