Soweto-marathon: athleten warten seit monaten auf preisgeld!

Ein Skandal erschüttert den südafrikanischen Marathonsport: Sechs Monate nach dem prestigeträchtigen Soweto-Marathon warten die Sieger und Platzierten weiterhin auf ihre verdienten Preisgelder. Margaret Jepchumba und Joseph Seutloali, die im November den Lauf dominierten, sind ebenso betroffen wie die anderen Podestplatzierer – ein Affront, der die Glaubwürdigkeit des Rennens ernsthaft in Frage stellt.

Die ursachen des zögerlichen zahlungsverkehrs

Die ursachen des zögerlichen zahlungsverkehrs

Zunächst hieß es von den Veranstaltern, die Verzögerung sei auf ausstehende Dopingkontrollen zurückzuführen. Doch diese Behauptung entkräftete sich bereits im Januar, als die zuständige Behörde bestätigte, dass alle Tests abgeschlossen sind. Die wahre Ursache liegt offenbar in einem komplexen Streit um die Eigentumsrechte an dem Marathon. Sowohl der Soweto Marathon Trust, der das Rennen zuvor verwaltete, als auch der neu gegründete Soweto Marathon NPC unter der Schirmherrschaft von Central Gauteng Athletics beanspruchen die Kontrolle.

Die Summen sind beträchtlich: Rund 15.000 US-Dollar für die Sieger und 7.000 US-Dollar für die Zweitplatzierten stehen noch aus. Mehrere Athleten haben bereits über ihre Vertreter angekündigt, an zukünftigen Rennen in Soweto nicht mehr teilzunehmen – ein deutliches Zeichen der Enttäuschung und des Vertrauensverlusts.

Die Situation hat mittlerweile eine politische Dimension angenommen. Der südafrikanische Minister für Sport, Künste und Kultur, Gayton McKenzie, hat in einem lokalen Medium erklärt, dass die Regierung vorübergehend die Verantwortung für den Marathon übernehmen werde, um die Auszahlung der Preisgelder zu gewährleisten. Er schließt zudem nicht aus, rechtliche Schritte gegen die Veranstalter einzuleiten, die er des „Verschwindens“ und der Nichtzahlung verdächtigt. „Wir dürfen den Soweto-Marathon nicht verlieren; er ist historisch, er ist ein Rennen für unsere Menschen in den Townships“, betonte McKenzie.

Dieser Fall ist kein Einzelfall. Bereits im Januar 2024 kam es zu ähnlichen Problemen beim Marathon in Mpumalanga, wo die Gewinner ebenfalls noch auf ihre Auszahlung warten. Die wiederholten Zahlungsausfälle werfen ein schlechtes Licht auf die Organisation des südafrikanischen Marathonsports und gefährden das Ansehen des Landes als Gastgeber internationaler Sportveranstaltungen.

Die Athleten, die ihr Leben dem Training widmen und hart für ihre Erfolge kämpfen, werden mit einer Demütigung konfrontiert. Es bleibt zu hoffen, dass die Intervention der Regierung und die drohenden rechtlichen Konsequenzen dazu führen, dass die ausstehenden Zahlungen endlich beglichen werden und das Vertrauen in den Soweto-Marathon wiederhergestellt wird. Die Ehre der Athleten und die Integrität des Sports stehen auf dem Spiel.