Sonnenstart in italien: osterwetter lockt mit 20 grad – aber ein landstrich bleibt grau
Endlich Frühling, denkt man – doch Italien spaltet sich am Ostermontag in zwei Welten. Während das Azorenhoch über weiten Teilen der Halbinsel blauen Himmel und Temperaturen jenseits der 20-Grad-Marke garantiert, hängen über Ligurien und den westlichen Alpen noch letzte Winterfetzen. Die Gefahr: Ein kühler Wind kann ausgerechnet dort die Picknick-Pläne durchkreuzen, wo sich Millionen auf die traditionelle Pasquetta-Ausfahrt vorbereiten.
Der norden zeigt muskeln, der süden wirft den winter raus
In der Lombardei und im Piemont scheint die Sonne ohne Unterbrechung. Die Dolomiten glühen, die Poebene atmet auf – und das schon am frühen Vormittag. Die Luft ist trocken, die Sicht kilometerweit. Anders an der Riviera: Hier kann sich eine dünne Wolkendecke halten, die Temperaturen um zwei, drei Grad nach unten drückt. Wer also an der Küste wandern will, sollte den Pullover nicht im Auto lassen.
Im Zentrum des Landes herrscht das Bild einer zarten Zweiteilung. Zwischen Apennin und Adria spielt das Wetter verrückt: Am Adriatischen Ufer dominiert strahlendes Blau, an der Tyrrhenischen Seite ziehen lockere Schleierwolken auf. Die Appennin-Kammwanderer müssen mit kurzen Schauern rechnen – aber nur dort. Die Städte von Ancona bis Pescara erwarten hingegen einen Sahnetag.

Sizilien und sardinien kassieren den frühjahrs-joker
Der tiefste Einschnitt kommt im Süden. Ein Abschwächungsgebiet über Tunesien löst sich in Luft auf, und plötzlich steht der gesamte ionische Zipfel unter Sonnenschutz. In Katanez und Syrakus klettern die Quecksilber-Säulen auf 22 °C – das entspricht fast schon Sommerniveau. Selbst auf Sardinien bleibt die Schönwetterwette stabil: In Cagliari zeigt das Thermometer 21 °C, und die UV-Werte erreichen bereits die erste Warnstufe. Sonnencreme ist kein Luxus mehr, sondern Pflicht.
Die Meteorologen warnen trotzdem vor Euphorie. Die Prognosen basieren auf Modellen, die noch sieben Tage vor dem Ereignis liegen. Ein kleiner Druckknick über dem Golfo di Lyon könnte noch alles über den Haufen werfen. Die Devise: Check am Ostersonntagabend die Apps noch einmal, bevor der Korb gepackt wird.
Fakt ist: Wer am 6. April in Italien unterwegs ist, erwischt mit 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit den besten Frühlingstag des Jahres. Die verbleibenden 20 Prozent stecken in einem schmalen Streifen zwischen Genua und dem Mont-Blanc-Massiv. Dort bleibt das Thermometer bei 15 °C hängen – ein sanftes Reminder daran, dass Aprilwetter eben doch Aprilwetter bleibt.
