Solomon will zurück aufs feld – seine zukunft hängt am seidenen faden

Ein Muskelbündelriss in der rechten Oberschenkelmuskulatur warf Manor Solomon aus dem Rhythmus. Jetzt will der Israeli zurück – und mit ihm die Frage, ob Fiorentina überhaupt noch zahlen kann.

Die rechnung kommt nach der rettung

Die rechnung kommt nach der rettung

11 Spiele, 2 Tore, ein Elefant im Sprint. So lautet die Bilanz des 23-Jährigen seit seinem Winterwechsel von Tottenham über Villarreal nach Florenz. Dann die Zwangspause: Seit dem Conference-League-Aus im Februar fehlt er. Die Länderspielpause nutzt er für die Rückkehr ins Mannschaftstraining. Samstag in Verona könnte er wieder sitzen – Spielzeit 32, Abstiegskampf live.

Der Klub hat sich längst verliebt. Zehn Millionen Euro stehen im Kaufvertrag, ein Schnäppchen für einen Flügelspieler, der in der Serie A 1,8 erfolgreiche Dribblings pro 90 Minuten zeigt und die gegnerische Abwehr wie ein Zippo-Feuerzeug öffnet. Doch die Kasse klafft. Ohne Klassenerhalt droht Fiorentina ein Minus von mindestens 35 Millionen Euro TV-Geldern. Dann wird aus dem Schnäppchen ein Luxus, den sich die Toskaner nicht leisten können.

Sportlich ist Solomon ein Turbo. Er spielt links wie rechts, zieht ins Zentrum und schafft Überzahl. „Er weiß sofort, was mit dem Ball zu tun ist“, sagt Trainer Paolo Vanoli, der ihn nach vier Joker-Einsätzen sofort in die Startelf stellte. Die Mannschaft liegt zwei Zähler über dem Strich, Verona wartet mit elf Punkten weniger. Ein Sieg würde die Fiorentina auf 38 Punkte katapultieren – historisch der sichere Rand der Serie A.

Doch die Zahlen sind hart. Seit 15 Spielen wartet Fiorentina auf einen Dreier, die letzten fünf Partien endeten Remis. Ohne Solomon fehlte die Durchschlagskraft. Mit ihm könnte das Tempo zurückkommen, aber die Uhr tickt. Noch acht Spieltage, dann entscheidet sich, ob der Klub zahlt – oder ob Solomon den Aufenthalt in Florenz wie einen Kurzurlaub verbucht.

Fabio Paratici, früherer Tottenham-Direktor und Strippenzieher des Deals, schickte seinen Schützling bewusst in die Apenninen. Er wusste: Hier bekommt er Spielzeit, hier kann er Marktwert tanken. Für den Spieler ist es ein Aufschlag, für den Klub ein Poker. Die Klausel läuft bis 30. Juni. Bis dahin muss Fiorentina Luft nach oben haben, sonst fliegt der Regenbogen weiter.

Am Montagabend schloss sich Solomon wieder der Gruppe an. Kein Sondertraining, kein Kondiprogramm – einfach mitlaufen, mitpassen, mitdenken. Die Knie sind frei, die Zunge auch. „Er redet ständig auf dem Platz, ein Kommandeur“, berichtet Co-Trainer Andrea Maldera. Die Chemie stimmt, die Mediziner geben grünes Licht. Nun muss nur noch die Tabelle passen.

Wenn Fiorentina am 4. April in Verona gewinnt, steigt die Wahrscheinlichkeit des Kaufes auf 80 Prozent. Bei einer Niederlage droht der Absturz auf Relegationsplatz. Dann spielt nicht nur die Saison versetzt – sondern auch Solomons Zukunft. Die nächsten 90 Minuten sind sein Transferprotokoll in Reinform.

Der Israeli will bleiben. Die Fans rufen sein Lied bereits aus den Kurven: „Manor, Manor, Manor-man!“ Doch im Profifußball zählt nicht der Applaus, sondern die Punkte. Acht Spieltage, zehn Millionen Euro, ein Beinbruch oder ein Befreiungsschlag. In Florenz wartet man auf das Signal. Rot bedeutet Abstieg, Grün bedeutet Solomon.