Soler kehrt nach anoeta zurück: ein bittersüßes wiedersehen mit der real sociedad
Ein Raunen ging durch die valencianischen Reihen, als die Ansetzung des Spiels gegen die Real Sociedad in Anoeta feststand. Für Carlos Soler, den einstigen Hoffnungsträger des FC Valencia, wird es ein emotional aufgeladener Abend. Er kehrt an den Ort zurück, an dem seine Karriere in der ersten Liga begann – und an den Ort, an dem er einst mit Tränen im Gesicht den Verein verließ.
Die geburt einer karriere unter prandelli
Es ist Dezember 2016. Cesare Prandelli, damals Trainer des FC Valencia, gab dem jungen Carlos Soler seinen Einstand in der Primera División gegen die Real Sociedad. Ein Debüt, das der Mittelfeldspieler so schnell nicht vergessen wird. Die Atmosphäre im Stadion war angespannt, denn zuvor hatte Prandelli mit einem lauten „¡Fuori!“ im Umkleideraum für Aufruhr gesorgt. Zehn Tage später trat der italienische Coach zurück, und der damalige Interimstrainer Voro machte aus Soler einen unverzichtbaren Bestandteil der Mannschaft, um die drohende Abstiegsgefahr abzuwenden.
Dieses Sonntagspiel (Anoeta, 19:00 Uhr) ist mehr als nur ein Duell zwischen zwei Teams. Es ist das erste Mal, dass Soler gegen den Verein antritt, bei dem er mit fünf Jahren in die Jugendabteilung kam und sich stetig hocharbeitete, bis er schließlich das Trikot mit der Nummer 10 trug. Die Real Sociedad verabschiedet sich vor heimischer Kulisse von ihren Fans nach einer erfolgreichen Saison, die mit dem Gewinn des Copa del Rey gekrönt wurde. Doch für den FC Valencia geht es um nichts weniger als den Klassenerhalt. Ein Punkt würde reichen, doch scheitert es daran, könnte die letzte Begegnung gegen den FC Barcelona zur Zitterpartie werden.
Die Geschichte eines Ausnahmetaents Soler ist das Paradebeispiel eines Talents, das in Paterna in der Jugendabteilung des FC Valencia seine ersten Schritte im Profifußball machte. Unter der Leitung von Raúl Martínez im Prebenjamín-Team war er ein torgefährlicher Stürmer. Er entwickelte sich zu einem zentralen Spieler im Mittelfeld, der sowohl in der Champions League als auch im Pokalfinale glänzte. Doch nach dem Titelgewinn im Jahr 2019 begann der Abstieg des Vereins unter dem Hauptinvestor Peter Lim. Im Sommer 2022 verließ Soler den FC Valencia, um beim Paris Saint-Germain sein Glück zu suchen.
„Ich habe mich entschieden, beim PSG mit den Besten zu spielen, die Champions League zu erleben und mich sportlich weiterzuentwickeln“, erklärte Soler diese Woche in einem Interview. Auch wenn er sich von außen betrachtet die Enttäuschung der Fans vorstellen kann, so betont er doch, dass er die Entscheidung getroffen hat, um seine Karriere voranzutreiben.

Ein neuanfang in san sebastián
In San Sebastián hat Soler gefunden, was ihm in Valencia fehlte: eine wichtige Rolle in einem ambitionierten Projekt, das die Europa League erreicht hat. Er ist wieder ein Schlüsselspieler und fühlt sich pudelwohl. „Seit meinem Abgang vom Valencia beim Paris Saint-Germain hatte ich das Gefühl, nicht wirklich gespielt zu haben“, so Soler. Mit der Ankunft von Matarazzo hat er sein früheres Niveau wiedergefunden – ein Niveau, das er einst beim FC Valencia gezeigt hat.
Neben Soler wird auch Gonçalo Guedes, ein weiterer Ex-Valencia-Spieler, auf dem Platz stehen. Guedes verließ den Verein bereits im Sommer 2021 und wechselte zum Wolverhampton. Er betont die große Stabilität, die er in San Sebastián genießt, im Gegensatz zu den turbulenten Verhältnissen beim FC Valencia. „Hier herrscht absolute Stabilität. Das ist beim FC Valencia leider nicht der Fall.“
Für Carlos Soler wird es ein besonderes Gefühl sein, gegen den Verein zu spielen, für den er so lange gespielt und dessen Trikot er so oft getragen hat. Er wird seine beiden größten Wünsche in Einklang bringen müssen: „Ich wünsche dem FC Valencia immer das Beste, außer am Sonntag, denn dann verteidige ich die Farben der Real Sociedad. Ich werde ihm immer dankbar sein.“
Die Uhr tickt. Der FC Valencia braucht Punkte, und Soler wird alles geben, um sicherzustellen, dass sein Ex-Verein nicht in die zweite Liga muss – zumindest nicht am Sonntag. Doch die Geschichte wird zeigen, ob er seine Loyalität zum FC Valencia und seine neue Rolle bei der Real Sociedad vereinbaren kann. Ein bittersüßes Wiedersehen, das die Fußballwelt in Atem hält.
