Míchel wirft girona in die letzte schlacht: „das ist unser finale ums überleben“

Girona – Kurz vor dem Abgrund zieht Míchel die Notbremse. Der Coach des FC Girona erklärt das heutige Duell mit Atlético Madrid zur Endspiel-Atmosphäre – und meint das wörtlich. Wer verliert, schreibt Geschichte aus Sicht der Katalanen: als Absteiger. Wer gewinnt, behält die Selbstbestimmung bis zum letzten Spieltag.

Van de beek zurück, stuani angeschlagen – die personalien

Donny van de Beek wird erstmals seit seiner Achillessehnen-Riss-Pause im September wieder im Kader stehen. Der Niederländer ist noch längst nicht spielfähig, aber seine bloße Anwesenheit wirkt wie ein Adrenalinschub. „Er bettelte, dabei zu sein“, sagt Míchel. Fehlen werden Ter Stegen, Vanat, Abel Ruiz – und die aussortierten Portu sowie Juan Carlos. Stuani trainierte wegen eines Knie-Schubs nicht, soll aber von der Bank kommen.

Die medizinische Abteilung liefert Zahlen: 27 Liga-Einsätze verpassten die verletzten Leistungsträger gemeinsam. Das entspricht fast einem kompletten Drittel der Saison – ein Loch, das die restliche Mannschaft nun in 90 Minuten stopfen soll.

Ajax-gerüchte? „ich bin hier, um girona zu retten“

Ajax-gerüchte? „ich bin hier, um girona zu retten“

Matteo Morettos Radio-Meldung über ein Vorstellungsgespräch beim Ajax schlug Wellen. Míchel reagierte mit einer Mischung aus Lächeln und Faust. „Fünf Jahre lang gebe ich hier alles. Jetzt zählt nur Klassement, nicht Karriereplanung.“ Die Botschaft: Kein Agentur-Talk, solange der Klub vor dem Abstieg taumelt.

Atlético seinerseits braucht Punkte im Titelrennen. Míchel kennt die Paradoxie: „Sie jagen Real, wir jagen das Weiterleben. Wer mehr will, gewinnt.“ Statistisch gesehen holte Girona in den letzten elf Auswärtsspielen nur einen Sieg – genau gegen Atlético im letzten Jahr. Ein Omen? „Kein Gedanke verschwendet an Vergangenheit“, sagt er.

Der Plan ist dennoch klar: frühes Pressing, hohes Tempo, bewusstes Risiko. Drei Punkte in sechs Tagen, das Programm ist brutal. „Wir können nicht trainieren, wir können nur kämpfen“, gibt Míchel unverblümt zu. Die Spieler sollen laut interner Laktat-Werte bei 90 Prozent Maximalfrequenz starten – ein Wert, den sonst nur Boxer kurz vor K.-o.-Phase erreichen.

Ab 21:30 Uhr in der Metropolitano steht nicht nur ein Platz in der Primera División auf dem Spiel, sondern die Glaubwürdigkeit eines Projekts. Die TV-Gelder des Vereins schrumpfen im Abstiegsfall um geschätzte 55 Millionen Euro. Míchel spürt den Druck, liebt ihn. „Wenn wir jetzt nicht zubeißen, wann dann?“

90 Minuten trennen Girona vom letzten Strohhalm. Die Rechnung ist simpel: Sieg, und die Rettung liegt am finalen Spieltag in eigenen Händen. Niederlage, und die Mannschaft muss zuschauen, wie Konkurrenten den Abstieg besiegeln. Míchel blickt kurz auf die Uhr. „Los geht’s. Mehr gibt’s nicht zu sagen.“