Sohm flüchtet nach bologna: „ich will endlich wm-luft schnuppern“
Simon Sohm packte die Koffer, noch bevor Florenz den Winterstaub abschütteln konnte. Der Schweizer Sechser flog nicht wegen der Toskana-Sonne, sondern weil er endlich spielen will – und weil die WM 2026 wie ein Countdown in seinem Kopf tickt.
Von parma über florenz nach bologna – ein transfer mit turbo
Sechs Monate nach seinem letzten Sommer-Wechsel innerhalb der Serie A zog es den 24-Jährigen erneut. Die Bilanz bei der Fiorentina: fünf Kurzeinsätze, null Tore, viel Bank. „Wir hatten Probleme, das Team fand keine Linie“, sagt Sohm knapp. Dann klingelte das Handy. Bologna, Tabellenvierter, Europa-League-Hauch, Platz in der Startelf. Entscheidung binnen 48 Stunden.
Er suchte keine Immobilien-App, sondern lief direkt zum Stadion. „Ich brauchte keine Makler-Tour, ich brauchte Minuten“, erzählt er. Eine Drei-Zimmer-Wohnung fünf Gehminuten von der Dall'Ara, Koffer auspacken, Training, fertig. Kein Zeitfenster für Zweifel.

Die europa league als sprungbrett ins nationalteam
Für Bologna ist Sohm kein Lateinamerikaner mit Glamour-Faktor, sondern ein Arbeitstier für Murphys Law-Mittelfeld. Coach Vincenzo Italiano will Laufkraft, Zweikampfquote, Schnittstellen-Dreher. Sohm liefert: 87 % Passquote, 11 Ballgewinne pro 90 Minuten, zwei Vorlagen in den ersten vier Tests. Die Zahlen flüstern Murat Yakin zu.
Der Schweizer Nati-Coach beobachtet Bologna-Spiele live, Statistiken im Tablet. In der WM-Quali steht die Schweiz vor dem Endspurt; ein Platz im Kader ist offen. „Ich war nie bei einem Turnier dabei. Das brennt“, sagt Sohm und tippt sich gegen die Schlafe. „Jedes Spiel ist ein Bewerbungsgespräch.“
Der Deal bis Juni 2025 enthält eine Kaufoption, die bei 18 Einsätzen automatisch zieht. Bologna zahlt 1,5 Millionen Euro, ein Schnäppchen für einen Mittelfeld-Motor, der in den entscheidenden Wochen Dampf machen soll. Die Klausel ist kein Sicherheitsnetz, sondern ein Ziel. Sohm will sie knacken, bevor das WM-Ticket gedruckt wird.
Wenn die Serie A am 25. Mai 2025 abpfiff, zieht Sohm nicht in den Ferien. Dann fliegt er entweder nach Zürich, um sich den Teamkoffer abzuholen – oder zurück nach Florenz, wo seine Wohnung noch immer leer steht. Die Pisten sind vereist, die Uhr tickt. Und Simon Sohm rennt.
