Sneijder zieht wieder fußballstiefel an: 41-jähriger spielt 70er-amateure in holland

Wesley Sneijder ist zurück. Kein PR-Gag, keine Show, kein Legendenturnier – der Rekordnationalspieler der Niederlande lief am Samstag in Maarssen für OSM ’75 auf, 20 Minuten vor Schluss, Kapitänsbinde, 1:0-Sieg gegen Focus ’07, Hunderte am Zaun, danach Selfies bis der Akku leer war.

Die idee entstand auf einer geburtstagsparty – und war kein witz

„Ich habe mal scherzhaft gesagt: +Ich mache irgendwann mit+“, erzählt Sneijder dem Sender Ziggo. Die Jungs von OSM ’75 hatten ihn monatelang genervt, also spielte er mit dem Gedanken – bis er merkte, dass der Verein ernst macht. „Dann muss ich mich aber offiziell anmelden, so ist das nun mal.“ Seine Brüder halfen: Rodney steht im Kader, Jeffrey coacht. Familienbetrieb eben.

Der 41-Jährige spulte seine Aufwärmrunden ab, war nach 134 Länderspielen kein Fremder im eigenen Körper, aber die Beine? „Eine ziemliche Herausforderung“, gibt er offen zu. Die Amateure um ihn herum liefen sich warm, während er noch die letzten Schleifchen an den Stollen band – ein Bild, das die Fotografen sofort einfingen. Die Botschaft war klar: Sneijder nimmt das ernst, selbst wenn es nur ein Nachmittag ist.

Champions-league-sieger 2010 spielt jetzt auf ascheplatz

Champions-league-sieger 2010 spielt jetzt auf ascheplatz

Der Rasen in Maarssen ist kein San-Siro-Rasen, die Tribüne keine Südkurve. Trotzdem standen nach Abpfiff 300 Menschen Schlange, um mit dem Mann abzuknipsen, der vor 14 Jahren in Madrid die Champions League holte und im selben Jahr Südafrika eroberte. „Es hat sich irgendwie herumgesprochen“, sagt Sneijder und grinst, als hätte er selbst den Flüsterlautsprecher bedient.

Ob er bleibt? Er wisse es nicht, sagt er. Der Spaß zählt, nicht der Plan. „Nach dem Spiel mit den Jungs in der Umkleidekabine zu sitzen, ist einfach herrlich.“ Keine Manager, keine Berater, keine TV-Crews – nur Schweißgeruch und Bierdosen, die gegen die Wand klopfen. Genau das, was er vermisste, als er 2019 bei Al-Gharafa aufhörte und feststellte, dass die Zeit nicht stillsteht, nur weil man aufhört zu laufen.

Die Zahl der Zuschauer: 300. Die Zahl der Minuten: 20. Die Zahl der Selfies: unzählbar. Die Botschaft: Fußball bleibt der besteSport, solange die Beine noch zucken. Sneijder wird das nicht reich machen – aber er wird wieder Fußball spielen, und das reicht.