Skispringen 2026/27: frauenrennen erleidet rückschlag – nur noch eine skiflugstation!
Ein bitterer Nachschlag für die Skisprung-Damen: Die Kalenderplanung für die kommende Saison 2026/27 sieht dramatische Einschränkungen bei den Skiflügen vor. Während die Herren weiterhin auf zwei spektakulären Schanzen ihre Künste zeigen dürfen, steht für die Athletinnen nur noch eine einzige Flugstation auf dem Programm – ein herber Rückschlag im Kampf um Gleichberechtigung und eine erfolgreiche Skiflug-WM 2028.
Die bittere pille: vikersund fällt weg
Die Entscheidung des Internationalen Skiverbandes (FIS) fiel in Prag: Der Riese von Vikersund, der im März 2023 noch die Premiere der Frauen-Skifliegen feierte, wird im kommenden Winter komplett aus dem Kalender gestrichen. Zwar werden in Planica zwei statt eines Skifligens über die Bühne gehen, doch der Verlust der norwegischen Station ist ein deutlicher Dämpfer, insbesondere nach den Wettkämpfen, die es 2024, 2025 und 2026 ebenfalls gab. Die FIS soll dem Veranstalter vorgeschlagen haben, die Frauenrennen am 18. und 19. Februar auszurichten, doch aus finanziellen Gründen wurde dieser Vorschlag abgelehnt. Stattdessen werden die Damen am 19. und 20. Februar auf der Normalschanze in Villach um Punkte kämpfen.
Ein kleiner Schritt zurück für die Damen im Skisprung, der die Hoffnungen auf eine gleichberechtigte Behandlung im Kalender und die Vorbereitung auf die erste Skiflug-Weltmeisterschaft der Frauen im Jahr 2028 trübt. Ursprünglich hatte die FIS eine weitgehend identische Gestaltung des Kalenders für Damen und Herren angestrebt – ein Ziel, das nun in weite Ferne gerückt ist.

Vierschanzentournee-premiere und mixed-springen im fokus
Doch nicht alles ist düster. Die Damen dürfen sich über die erstmalige Teilnahme an der kompletten Vierschanzentournee freuen – ein historischer Moment für den Frauensport. Allerdings deutet ein Post des polnischen Journalisten Jakub Balcerski an, dass die FIS plant, das Feld auf die besten 40 Springerinnen zu begrenzen und die Wettbewerbe mit 30 Athletinnen zu starten. Ein weiteres Highlight des kommenden Winters werden die verstärkten Mixed-Springen sein. Nach nur zwei Wettbewerben im Vorjahr, wird die Anzahl 2026/27 voraussichtlich verdoppelt.
Die Saison beginnt, wie bei den Herren, am 21. November in Lillehammer und endet am 21. März in Planica. Der finale Kalender soll am 6. Mai von der FIS bestätigt werden. Der Sommer-Grand-Prix präsentiert sich zudem deutlich abgespeckt: Nur vier Stationen (Wisla, Courchevel, Rasnov und Klingenthal) stehen auf dem Programm, was einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Das Fehlen von Predazzo, das 2025 als Olympia-Test diente, und Hinzenbach, einem etablierten Veranstaltungsort, sind dabei besonders zu erwähnen.
Die Reduzierung der Skiflugstationen für die Damen ist nicht nur eine sportliche Entscheidung, sondern wirft auch wichtige Fragen nach der Zukunft des Frauenskisprungs auf. Die Hoffnung bleibt, dass die FIS ihre Entscheidung noch einmal überdenkt und den Weg für eine gleichberechtigte Entwicklung des Sports ebnet.
