Skandal-video zeigt langläufer gabriel gledhill beim saufen während des holmenkollens
Gabriel Gledhill trinkt sich durch Oslo, während andere um den Sieg kämpfen. Das Instagram-Video, das seit Montagabend viral geht, zeigt den britischen Langläufer bei zwölf Bier und sechs Schnäpsen – mitten im Rennen, Kilometer 34, Streckenrand Skarpsno.
Die party beginnt, bevor das ziel erreicht ist
Die Aufnahmen stammen von Zuschauern, die zunächst Jubel erwarteten, stattdessen einen Athleten mit knallrotem Kopf und leerer Bierdose in der Hand. Gledhill sprintet nicht. Er torkelt. Die Uhr auf der Einblendung: 1:52:34 Std. – noch 7 km bis ins Ziel. Statt zu trinken, trinkt er.
Die Reaktion der Veranstalter ließ nicht lange auf sich warten. „Wir prüfen schwere Regelverstöße gegen die Anti-Doping- und Sicherheitsrichtlinien“, teilt der Norwegische Skiverband mit. Konkret: Alkohol am Streckenrand ist erlaubt – Alkohol vom Athleten während des Wettkampfs ein klarer Verstoß. Die Strafe kann von einer Geldbuße bis zu einer Sperre reichen.
Gledhill selbst kommentiert auf Instagram lapidar: „Langlaufen ist langweilig, Oslo ist schön. Deal with it.“ Die Story verschwand wenig später, die Kopien nicht. Der Clip @kingoftrondheim ist inzwischen auf 3,7 Millionen Aufrufe geklettert, die Kommentare spalten sich zwischen Häme und Fassungslosigkeit.

Was der skandal für den sport bedeutet
Der Fall wirft ein Schlaglicht auf ein Dilemma: Die Langlaufsaison wird länger, Preisgelder stagnieren, die Athleten müssen sich selbst vermarkten. Gledhill betreibt einen Only-Fans-ähnlichen Channel, auf dem er Trainings- und Lifestyle-Content verkauft. Je skurriler, desto besser das Engagement. Die Grenze zwischen Unterhaltung und Regelbruch verwischt.
Lofti Skard, Leistungssport-Direktor des Norwegischen Olympischen Komitees, zeigt sich „tief enttäuscht“. Er befürchtet Imageschäden für die gesamte Disziplin. Sponsoren reagieren empfindlich: Der Ausrüster „Nordic Flow“ kündigte bereits die Aussetzung des Vertrags. Ein Sprecher: „Wir fördern Leistung, nicht Selbstzerstörung.“
Die Athleten selbst sind gespalten. Einige fordern harte Sanktionen, andere Verständnis. Schweden’sche Langläuferin Frida Karlsson tweetet: „Jeder hat schlechte Tage. Aber Trinken während eines Rennens? Das ist Respektlosigkeit gegenüber der Konkurrenz.“
Die Weltcup-Leitung wird voraussichtlich am Freitag ein Urteil fällen. Sollte Gledhill gesperrt werden, droht ihm der Verlust seiner Startberechtigung für die Saison 2026/27 – und damit ein Einkommensausfall von geschätzten 180.000 Euro. Die Zuschauer mögen über das Video lachen, die Rechnung zahlt er allein.
