Sinner zertrümmert michelsen und jagt djokovic-rekord in miami
Jannik Sinner spielt sich in einen Rausch. Gegen Alex Michelsen schraubt der Italiener seine Satz-Siegesserie auf 28, schlägt den US-Boys-Outsider 7:5, 7:6(4) und steht im Viertelfinale von Miami. Die Sonne sticht, Michelsen blinzelt, Sinner sticht zu – ein Moment, der die Richtung vorgibt.
Sonnenstich statt matchball: wie michelsen den faden verlor
Alles schien gelaufen beim Stand von 5:3 im zweiten Satz. Michelsen servierte, der Stadionrand warf Schatten, doch ein Laserstrahl Sonne fand genau die Augen des 20-Jährigen. Er schüttelte den Kopf, bat um Pause, verlor den Rhythmus. Sinner roch Blut, brach zurück, zog den Tiebreak mit einem platzierten Return auf die hintere Linie. Sechs der letzten sieben Punkte gingen an den Südtiroler – ein Mikro-Krimi in 1:41 Stunden.
Der Weltzweite gibt sich trotzdem keine Euphoriepause. „Mein Aufschlag hat gerettet, was mein Spiel von der Grundlinie verschenkt hat“, sagt er mit klinischem Blick. Die Zahlen sprechen für sich: 12 Asse, 79 % Erste-Aufschlag-Punkte, aber nur 42 % gewonnene Zweitballpunkte. Sinner weiß, dass Frances Tiafoe oder Terence Atmane am Mittwoch nicht so gnädig sein werden.

28 Sätze ohne niederlage – und jetzt kommt der sunshine double
Seit der zweiten Runde in Paris-Bercy hat niemand mehr einen Satz an Sinner abgegeben. Die alte Djokovic-Marke von 24 Sätzen aus dem Jahr 2016 ist Geschichte. 1.990 Punkte trennen ihn noch von Carlos Alcaraz. Gewinnt er Miami, schmilzt der Abstand auf 1.190 Punkte – und der „Sunshine Double“ wäre perfekt, nachdem er Indian Wells bereits geholt hat.
Die Arena in Hard Rock Stadium bebt bereits vor dem Viertelfinale. Sinner hat sich in eine Zone gespielt, in der selbst unplanbare Sonnenflecke nur noch Nebenrollen spielen. Michelsen packt die Schläger ein, mit dem Gefühl, dass er mehr als nur ein Match verloren hat – er hat Stück für Stück die Zukunft gesehen.
