Sinner und opelka jagen in indian wells die nächste sensation
Jannik Sinner schlägt zurück. Nach fünf Jahren kehrt er ins Doppel ein – und trifft sofort auf das Topgesetzt Granollers/Zeballos. Die Kasse im Paradies der Wüste klingelt: Preisgeld plus 30 %, Startplätze für Djokovic, Tsitsipas, Zverev. Die Könige des Einzels wollen das Feld der Spezialisten durcheinanderwirbeln.
Altes duo, neuer mut
Atlanta 2021 – ein Experiment, das funktionierte. Sinner und Reilly Opelera holten ihren einzigen gemeinsamen Titel, weil Sinner damals schon so klar dachte wie heute. „Er ist 19 und tickt anders“, schwärmte Opelka. Jetzt tickt Sinner 23 und hat nichts zu verlieren. Die Bilanz gegen Granollers/Zeballos? 2 Niederlagen, 1 Sieg – und ein Klumpen im Hals, der endlich weg muss.
Die Spanier-Argentinier sind keine Nebenbesetzung. Sie standen 2024 in Indian Wells im Finale, dieses Jahr schon in Dallas und in Melbourne in den vorderen Reihen. Sinner kennt ihre Vorhand-Flugbahnen, ihre Code-Worte, ihre Schwäche in der Mitte. Er weiß auch, dass ein Sieg ihn direkt in einen möglichen Zweitrunden-Kracher gegen Bublik/Marozsan schickt – und damit in ein Viertel, das aussieht wie ein Who-is-who der Next-Gen.

Das preisgeld zieht alle an
Die ATP hat die Doppel-Börse erhöht – und plötzlich melden sich Djokovic mit Tsitsipas, Medvedev mit Tien, Zverev mit Altmeister Melo. Die Organisatoren lachen: mehr Stars, mehr Klicks, mehr Stunden voller Hallen-Sound. Für die Spezialisten bedeutet das: Kein Freilos mehr, kein lockeres Warm-up. Jeder Ball kostet Nerven.
Die italienische Delegation ist breit aufgestellt: Darderi neben Cerundolo, Cobolli mit Moutet, Vavassori ohne Stamm-Partner Bolelli, dafür mit Erler. Fehlt nur noch Sonego – der schaute bei der Ankündigung vermutlich auf sein Handy und schluckte.

Warum das turnier schon vor dem ersten aufschlag glüht
Indian Wells gilt als Fifth Slam. Die Bälle fliegen hier schneller als in der Wüste selbst, die Luft trocken, die Sprungkraft höher. Wer hier gewinnt, zieht nicht nur 1000 Punkte ein – er schickt ein Signal an Paris, Wimbledon, New York. Für Sinner ist das Match ein Test für das, was kommt: Hartplatz, Sonne, Druck. Für Opelka eine Rückkehr auf die große Bühne nach seiner Verletzungspause. Für die Zuschauer ein Schaulaufen mit offenem Ende.
Der Countdown läuft. Granollers schwingt bereits seine Schläger, Zeballos dehnt die Schultern. Auf der anderen Seite des Nets steht ein 23-jähriger, der die Nummer eins der Welt ist, und ein 2,11-Meter-Mann, der einst die Aufschlaggeschwindigkeit nach oben schraubte. Wer jetzt noch sagt, Doppel sei Nebensache, hat die letzten Jahre verschlafen.
Heute Abend wird die Wüste laut – und vielleicht lacht am Ende wieder Sinner. Kein Experiment, sondern ein Statement.
