Sinner umstellt trainingsplan: exhibition-turnier statt rasenprobe

Jannik Sinner, aktuell die Nummer eins der Weltrangliste, weicht kurz vor Wimbledon einem ungewöhnlichen Weg ab. Statt einer traditionellen Rasen-Vorbereitung plant der Südtiroler, sich im prestigeträchtigen Giorgio Armani Tennis Classic in Hurlingham zu messen – ein Schachzug, der Fragen aufwirft und die Erwartungen an seine Wimbledon-Chancen beeinflussen könnte.

Ein rückblick auf paris: was geschah wirklich?

Der plötzliche Rückzug aus dem Vorbereitungsprogramm rührt daher, dass Sinner bei den French Open einen erschütternden Zusammenbruch erlebte. Im dritten Satz gegen Juan Manuel Cerundolo, bereits mit Matchball in Sichtweite, brach der Körper des jungen Italieners förmlich zusammen. Ein Zustand der Orientierungslosigkeit und schiere Erschöpfung – ein Bild, das viele Fans schockierte. Die anschließenden medizinischen Untersuchungen in Mailand brachten jedoch keine eindeutigen Ergebnisse. Ein Rätsel, das die Experten beschäftigt.

Es lag unfassbar viel Stress und Druck auf mir, so Zverev kürzlich in einem Exklusivinterview mit Eurosport, ein Statement, das die Situation Sinners eindrücklich veranschaulicht und zeigt, wie der immense Druck auf den Schultern der Top-Spieler wirken kann.

Hurlingham als test der nerven

Hurlingham als test der nerven

Das Exhibition-Turnier in Hurlingham bietet nun eine letzte Chance, das Spielgefühl auf Rasen zu finden und sich an die besonderen Bedingungen zu gewöhnen. Gegner wie Roland-Garros-Finalist Flavio Cobolli und der britische Publikumsliebling Cameron Norrie werden Sinner alles abverlangen. Ob diese Art der Vorbereitung ausreichend ist, um in Wimbledon zu bestehen, bleibt abzuwarten.

Erinnern wir uns: In den vergangenen Jahren nahm Sinner regelmäßig an den Terra Wortmann Open in Halle teil, wo er 2024 siegreich war. 2025 scheiterte er zwar im Achtelfinale, gewann aber kurz darauf seinen ersten Grand-Slam-Titel in Wimbledon. Die Geschichte könnte sich wiederholen, doch der Weg dorthin ist dieses Jahr ungewöhnlich.

Die Ankündigung, dass Wimbledon dieses Jahr ein Rekord-Preisgeld ausschüttet, lenkt zwar die Aufmerksamkeit auf die finanziellen Aspekte des Turniers, doch im Mittelpunkt steht weiterhin die Frage: Kann Jannik Sinner trotz des veränderten Trainingsplans seine Wimbledon-Dominanz bestätigen? Sein Konkurrent Carlos Alcaraz fällt aufgrund einer Handgelenksverletzung aus, was Sinners Position als Weltranglistenerster weiter festigt. Der Vorsprung ist so groß, dass er auch nach Wimbledon die Spitze behaupten dürfte.

Die Tenniswelt wird gespannt beobachten, wie sich Sinner in den kommenden Tagen präsentiert und ob das Exhibition-Turnier in Hurlingham der Schlüssel zu einem weiteren Wimbledon-Triumph sein kann. Die Zeichen stehen gut, doch der Weg zum Sieg ist mit Hürden gepflastert.