Sinner schwärmt von jodar: "er wird großes leisten!"

Madrid – Jannik Sinner hat nach seinem Sieg gegen den aufstrebenden Spanier Rafa Jodar nicht nur die Punkte, sondern auch die Anerkennung für seinen jungen Herausforderer gefunden. Der Weltranglisten-Erste zeigte in Madrid eine bemerkenswerte Sportsmannschaft und äußerte sich begeistert von Jodars Potenzial. Ein solches Maß an Respekt gegenüber einem Nachwuchsspieler ist im Tennis nicht alltäglich.

Jodars aufstieg beeindruckt den weltranglistenersten

Sinner, der sich bereits während des Matches von Jodars Spiel beeindrucken ließ, demonstrierte dies am späten Abend, indem er auf dem Bildschirm schrieb: 'What a player!'. Dieser Geste wurde von den spanischen Fans besonders gewürdigt. Der Italiener hatte sich zuvor bereits aktiv mit Jodar beschäftigt, indem er dessen Spiel gegen De Minaur verfolgte und sich sogar eine Nachtschicht leistete, um dessen Match gegen Fonseca zu sehen. Seine Worte in der anschließenden Präsentation unterstrichen erneut seinen Respekt.

“Rafa hatte zu Beginn der Saison eine unglaublich hohe Platzierung. Er gewann in Marrakesch, erreichte die Halbfinals in Barcelona und steht nun hier im Viertelfinale. Er spielt Tennis von außergewöhnlicher Qualität. Er ist bereits ein sehr solider Spieler, weshalb ich sein Spiel live beobachten wollte. Eine großartige Generation ist dabei, Jodar, Fonseca, sogar Blockx, der hier etwas unter dem Radar bleibt. Wir werden in Zukunft oft gegeneinander antreten”, erklärte Sinner.

Ein zukünftiges big four?

Ein zukünftiges big four?

Auf die Frage, ob sich aus Sinner, Alcaraz, Fonseca und Jodar ein neues Big Four formen könnte, wich Sinner einer direkten Antwort aus. “Ich habe keinen Kristallkugel, um die Zukunft vorherzusagen. Was Rafa leistet, ist unglaublich, aber man sollte ihn nicht überfordern. Es ist ein talentierter und bescheidener Junge, umgeben von einer positiven Atmosphäre. Ich bin sicher, er wird Großes erreichen.”

Sinner gestand auch die Auswirkungen der intensiven Spielzeit ein: “Ich spiele viel, habe in den letzten zwei Monaten kaum Ruhe gehabt und beginne die Müdigkeit zu spüren. Aber ich fühle mich auch gut und versuche, meine Grenzen zu überschreiten. Es war heute ein intensives Spiel, ein schönes Gefühl. Die geschlossene Halle hat für höhere Luftfeuchtigkeit gesorgt, die Bälle liefen langsamer. Jedes Turnier hier ist einzigartig, und man muss sich immer wieder anpassen.”

Im Vergleich zu seinem Durchbruchsjahr 2021, als er Djokovic und Nadal herausforderte, betonte Sinner, dass die Umstände anders seien. “Es gab einen größeren Altersunterschied. Sie hatten damals bereits zahlreiche Grand-Slam-Titel gewonnen. Ich sage immer, ich kann nicht ihr Niveau erreichen. Ich bin zwar nicht mehr die Nummer 20, sondern die Nummer 1, aber die Differenz zu Jodar ist nicht so groß, wie die zu Djokovic und Nadal 2021 war.”

Die Begegnung zwischen Sinner und Jodar wird zweifellos als ein Schlüsselmoment in den Karrieren beider Spieler in die Geschichte eingehen – ein Beweis für die stetig wachsende Qualität und die aufregende Zukunft des Tennis.