Sinner scheitert überraschend: hitze oder erschöpfung?
Paris bebte! Jannik Sinner, der Weltranglisten-Erste, hat bei den French Open eine unfassbare Wendung erlebt und schied überraschend in der zweiten Runde gegen den Argentinier Juan Manuel Cerundolo aus. Ein Ausscheiden, das nicht nur die Tenniswelt schockierte, sondern auch Fragen nach Sinners Fitness und Spielstärke aufwirft – und Auswirkungen auf die Ambitionen von Alexander Zverev hat, der nur wenige hundert Meter entfernt trainierte.
Ein comeback, das in die geschichte eingeht
Die Partie begann, wie viele erwartet hatten, eindeutig in Sinners Richtung. Mit klaren Satzgewinnen in 6:3 und 6:2 schien der Italiener auf dem Weg in die nächste Runde. Auch im dritten Satz führte er bereits mit 5:1, bevor plötzlich etwas in seinem Spiel kippte. Cerundolo nutzte die zunehmende Unsicherheit des Weltranglistenführers geschickt aus und kämpfte sich Satz für Satz zurück. Am Ende gewann der Argentinier mit 3:6, 2:6, 7:5, 6:1, 6:1 – ein Comeback, das man so selten sieht.
Das Ausscheiden Sinner’s ist besonders bitter, da es nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Carlos Alcaraz bereits den nächsten Topstar der French Open eliminiert. Die Frage, die nun im Raum steht: War es die Hitze, die Sinner so stark beeinträchtigte, oder steckt mehr dahinter?

Sinner rätselt: „mein körper hat nicht mitgespielt“
Sinner selbst sprach nach der Partie von körperlichen Problemen. „Bis Mitte des dritten Satzes habe ich großartig gespielt, dann konnte ich den Satz nicht ausservieren, weil mein Körper nicht mehr mitspielte. Mir wurde schwindlig, ich hatte nur wenig Energie. Ich habe versucht, die Ballwechsel kurz zu halten“, erklärte der enttäuschte Tennisstar. Er wies zwar darauf hin, dass die Temperaturen mit bis zu 40 Grad zwar hoch, aber nicht unerträglich gewesen seien, räumte aber ein, dass er sich bereits am Morgen nicht wohl gefühlt habe. Der hohe Wettkampf-Stress und wenig Zeit zur Erholung scheinen ebenfalls eine Rolle gespielt zu haben. „Den einen Grund gibt es nicht, da kommt viel zusammen. Ich habe viel gespielt, hatte wenig Zeit für Erholung.“
Es bleibt abzuwarten, wie sich Sinner von diesem Tief erholt. Bis Wimbledon (ab 29. Juni) werde er kein weiteres Turnier bestreiten, um ausreichend Zeit für Regeneration und Vorbereitung zu haben. Juan Manuel Cerundolo zeigte sich nach seinem Sieg sichtlich respektvoll gegenüber seinem Gegner: „Es ist hart für ihn. Es tut mir leid für Jannik. Er hätte verdient gehabt zu gewinnen.“
Die French Open verlieren damit einen ihrer großen Favoriten. Ob Sinner seine Formkurve wieder anziehen kann, bleibt abzuwarten. Für Alexander Zverev bedeutet das vor allem, dass sich eine neue Chance eröffnet – aber auch, dass die Konkurrenzsituation im Herren-Tennis weiterhin unvorhersehbar bleibt.
