Sinner marschiert in rom weiter: 33. sieg nacheinander – jetzt jagt er djokovic' ewige krone

13 Minuten hat Jannik Sinner gebraucht, um Daniil Medvedev zu erledigen – und den ganzen Tennis-Planeten aufzurütteln. Mit dem 6-2, 5-7, 6-4 steht der 23-Jährige im Finale des Foro Italico und hat die nächste historische Marke im Visier: die „Golden Masters“, die Sammlung aller neun Masters-1000-Titel. Bisher gelang das nur Novak Djokovic – zweimal.

Regenpause als rettung und zündstoff

Die Partie war am Freitagabend bei 4-2 im dritten Satz unterbrochen worden, weil der Trevi-Brunnen über der Piazza platzte – und mit ihm Medvedews Geduld. Als die beiden Gestern zurückkehrten, hatte Sinner den Breakvorsprung noch in der Tasche. Der Russe schimpfte, der Stuhlschiedsrichter ließ sich nicht beirren. 13 Minuten später war alles klar. Die Zahl 33 steht jetzt in Sinner’s Siegesserie, die bei den letzten fünf Masters-1000-Turnieren keinen Abbruch kennt.

Doch die Zahl 33 war gestern fast die Nebensache. Im zweiten Satz kippte die Parti komplett. Sinner warf sich in eine Eck des Central Courts, krampfte, musste sich übergeben. Medvedev protestierte lautstark, als der Arzt auf den Platz eilte – laut Regelwerk gibt es keine Medical Timeout wegen Krämpfen. Der Stuhlschiedsrichter entschied anders. Der italienische Fanblock tobte, der Rest der Tenniswelt diskutierte. Sinner selbst sagte hinterher nur: „Ich habe gespürt, dass mein Körper Nein sagt. Aber der Kopf wollte weitermachen.“

Ruud wartet – und die 49-jährige heimfluch

Ruud wartet – und die 49-jährige heimfluch

Im Endspiel trifft er nun auf Casper Ruud, den Sandplatz-Experten aus Norwegen. Für Sinner wäre es der erste Titel in Rom, für ein italienisches Mann-Profil der erste seit Adriano Panatta 1976. Die Last der Nation lastet auf seinen Schultern – und die Last der Statistik. Vor einem Jahr verlor er hier das Finale gegen Carlos Alcaraz. Diesmal will er die „Panatta-Fluch“-Serie endgültig beenden.

Die Zahlen sprechen für ihn: 33 Siege in Folge, nur drei abgegebene Sätze in dieser Serie, keine Niederlage seit Oktober 2025. Doch Zahlen kennen keine Krämpfe, keine Regenpause, keine Emotionen. Wenn er am Sonntag gewinnt, holt er seine sechste Masters-Krone in Serie – und rückt Djokovic auf vier Längen. Die Goldene Jagd hat begonnen. Und sie wird nicht mehr aufhalten.