Martín kämpft in barcelona: vier stürze, aber führungsplatz sicher!
Barcelona – Ein Wochenende zum Vergessen für Jorge Martín im MotoGP-Grand-Prix von Catalunya. Vier Stürze in zwei Tagen, darunter ein bitterer Ausrutscher im Sprintrennen, haben seine Punktejagd erheblich erschwert. Doch trotz des turbulenten Rennverlaufs hält der Spanier die Spitze der Weltmeisterschaft fest – nur zwei Punkte trennen ihn von seinem ärgsten Verfolger.
Ein team in der krise?
Die Stimmung im Boxenlager von Jorge Martín war nach den wiederholten Stürzen alles andere als gut. "Ich möchte zuerst dem Team danken. Nach vier Stürzen habe ich ein paar kleinere Blessuren davongetragen, aber das Team konnte kaum schlafen und hatte keine Zeit für eine Pause. Ich bin unglaublich stolz auf sie, sie leisten unglaubliche Arbeit," erklärte Martín sichtlich erschöpft. Die Häufung von Unfällen wirft Fragen auf: Ist der junge Spanier überfordert? Oder liegt es an den besonderen Gegebenheiten der Strecke?

Wind und optimismus
Martín selbst räumte Fehler ein, betonte aber auch seine Fortschritte. "Ich habe gestern einen riesigen Sprung nach vorne gemacht. Heute hatte ich das Gefühl, aufs Podium zu fahren. Ich habe etwas Zeit in den ersten Runden verloren, sah aber, dass ich aufholen kann. Ich war vielleicht etwas zu optimistisch in einer Kurve, der Wind hat mich überrascht." Er zeigte sich entschlossen, die Fehler zu analysieren und daraus zu lernen. "Jeder Sturz ist eine Lektion, ein Fehler des Menschen. Wir müssen ihn uns ansehen und daraus die richtigen Schlüsse ziehen."
Die körperlichen Folgen sind ebenfalls nicht zu unterschätzen. "Mein Körper ist blau und rot, ich habe ein paar Verstauchungen im Knöchel, aber nichts, was mich daran hindert zu fahren. Ich habe ein großartiges Team an Physiotherapeuten und Ärzten, die mir helfen, mein Bestes zu geben. Dieses Wochenende wird sicherlich nur 80 Prozent, aber ich werde alles geben."

Blick nach vorne
Trotz der schwierigen Situation blickt Martín nach vorne. "Es geht darum, wieder zu den Grundlagen zurückzukehren, zu fahren. Die Aprilia funktioniert. Wir haben gestern gelitten, aber mit unserer Arbeitsweise konnten wir uns immer wieder zurückkämpfen. Raúl (Fernández) war heute schnell, ich war auf dem Weg dorthin. Es ist ein neues Kapitel. Morgen ist ein neuer Tag, mit anderen Reifen. Wir müssen vorbereitet sein." Er zeigte sich unbeeindruckt von der Führung in der Meisterschaft. "Das ist nicht das, was mich schläft. Es geht darum, so viele Punkte wie möglich zu holen. Heute war eine gute Gelegenheit, Punkte zu sammeln, und ich habe es nicht geschafft. Morgen werde ich es hoffentlich besser machen."
Die Wettervorhersage für morgen deutet auf Regen hin, was die Situation zusätzlich verkomplizieren könnte. Doch Jorge Martín ist ein Kämpfer. Er wird alles daran setzen, das Blatt zu wenden und seine Führung in der Weltmeisterschaft zu festigen. Denn eines ist klar: In der MotoGP-Welt ist nichts so sicher wie der morgige Tag.
