Sinner kritisiert späte spielzeiten in rom: „kein fan davon“
Rom – Jannik Sinner, der frisch gekrönte Weltranglistenerste, hat nach seinem Einzug ins Halbfinale des ATP Masters in Rom deutliche Kritik an der Organisation des Turniers geäußert. Die ungewöhnlich späten Spielzeiten, die auf die Profis einwirken, sorgten für Unmut beim italienischen Tennisstar.

Ein turnierablauf, der die spieler fordert
Nach seinem souveränen Zweisatzsieg gegen Andrey Rublev ließ Sinner wenig Zweifel daran, dass die langen Nächte und die verspäteten Spielbeginne eine Belastung darstellen. „Ich bin kein großer Fan davon, wenn Spieler ihre Matches so spät beginnen müssen“, erklärte er sichtlich frustriert. Die Situation wurde durch das dramatische Achtelfinale zwischen Luciano Darderi und Rafael Jódar noch verschärft, das erst gegen zwei Uhr morgens zu Ende ging. Hinzu kamen Verzögerungen aufgrund von Regen und, unglücklicherweise, Rauchschwaden eines parallel stattfindenden Fußballspiels – dem Finale der Coppa Italia, das Inter Mailand mit 2:0 gegen seine Rivalen gewann.
Feuerwerkrauch unterbricht den Spielbetrieb: Die Feierlichkeiten nach dem Fußballerfolg führten zu einer 19-minütigen Unterbrechung des Tennisturniers, als Rauchschwaden über das Spielfeld zogen. Ein Szenario, das Sinner und andere Spieler offensichtlich belastete. Die körperliche Erschöpfung des Weltranglistenersten war im zweiten Satz gegen Rublev erkennbar, insbesondere seine schwache Quote beim ersten Aufschlag.
Die Kritik Sinner’s geht über die bloße Unannehmlichkeit hinaus. „Dadurch gehen wir erst sehr spät schlafen“, betonte er. „Ich habe großen Respekt vor den Zuschauern, die geblieben sind – das ist unglaublich und motiviert uns beim Spielen“, fügte er mit einem Anflug von Ironie hinzu, was die Diskrepanz zwischen der Wertschätzung für die Fans und den Belastungen für die Spieler unterstreicht.
Nun trifft Sinner im Halbfinale auf Daniil Medvedev. Sollten beide Spieler ihre Matches gewinnen, stünde ein historisches, rein italienisches Finale in Rom an – das erste seit 1957, als Nicola Pietrangeli und Giuseppe Merlo sich gegenüberstanden. Die Frage ist, ob die Organisatoren aus den Fehlern der vergangenen Tage gelernt haben und einen reibungsloseren Ablauf für das Finale gewährleisten können. Die Spannung ist groß, aber die Spieler brauchen auch die Möglichkeit, sich optimal auf ihre Matches vorzubereiten.
Die Organisatoren des Turniers stehen nun vor der Herausforderung, die Bedürfnisse der Spieler und die Erwartungen der Zuschauer in Einklang zu bringen. Denn eines ist klar: Tennis lebt von seinen Stars, und deren Leistungsfähigkeit hängt auch von den Rahmenbedingungen ab.
