Sinner dominiert: mcenroe sieht zverevs chance schwinden
Paris – Jannik Sinner scheint unaufhaltsam. Tennis-Legende John McEnroe äußert deutliche Zweifel an Alexander Zverevs Möglichkeiten, den Italiener bei den French Open herauszufordern. Ein überraschender Finalerfolg des Deutschen? McEnroe hält es derzeit für unwahrscheinlich.
Die mentale blockade des deutschen
„Im Moment findet Zverev keinen Weg, wie er gegen Sinner spielen soll. Und das betrifft ja nicht nur ihn“, erklärte McEnroe gegenüber Sport Bild. Der siebenmalige Grand-Slam-Sieger sieht eine nahezu unüberwindbare Hürde: „Aktuell scheint es, als könne man Sinner nur dann schlagen, wenn ihm die Hitze Probleme bereitet oder etwas Unerwartetes passiert.“ Zverev selbst hatte bei TNT einen optimistischeren Ton angeschlagen, betonte aber, dass Sinner derzeit auf höchstem Niveau spiele und er selbst die Person auf dem Platz werden müsse, die er sein möchte.

Ein hoffnungsschimmer durch alcaraz' verletzung
McEnroe sieht dennoch einen Lichtblick in Zverevs Entwicklung. Sein Halbfinalkampf gegen Carlos Alcaraz bei den Australian Open, in dem er knapp verlor, bezeichnete er als „vielleicht die beste Leistung seiner Karriere“. „Er hatte einfach Pech. Aber Zverev hat gekämpft wie ich es selten gesehen habe.“ Durch Alcaraz' Verletzung könnte sich für Zverev nun eine neue Chance eröffnen, obwohl McEnroe ihm weiterhin den Major-Titel zutraut. Es sah lange so aus, als wäre die Zeit für Zverev abgelaufen, doch die Umstände könnten das Blatt wenden.

Davis cup in der krise?
Neben der Analyse der aktuellen Tennisszene äußerte sich McEnroe auch kritisch zum Davis Cup. „Früher hat mir dieses Turnier sehr viel bedeutet. Heute ist es den meisten komplett egal. Das ist eine Schande. Da frage ich mich, ob man es überhaupt noch fortsetzen sollte.“ Ein deutlicher Seitenhieb auf die Bedeutung des traditionsreichen Mannschaftswettbewerbs im modernen Tennis.
Die Worte des Tennis-Veteranen lassen auf eine spannende French Open hoffen, auch wenn die Chancen für Alexander Zverev gegen den aktuell dominanten Jannik Sinner gering erscheinen. Die Verletzung von Carlos Alcaraz könnte jedoch eine unerwartete Wendung in der Geschichte des Turniers bringen.
