Silva: vom star zum reservisten – was hinter dem umbruch steckt!

Bernardo Silva, einst Dreh- und Angelpunkt im portugiesischen Nationalteam, scheint aktuell im Schatten zu stehen. Nach einer anfänglichen Startelf-Nominierung in den letzten vier Spielen gegen Costa Rica, Kolumbien und die Schweiz verbrachte der Mittelfeldspieler fast die gesamte Zeit auf der Bank. Was ist geschehen mit dem Mann, der beim Manchester City regelmäßig Weltklasse-Leistungen zeigte?

Die neue ordnung im portugiesischen mittelfeld

Die neue ordnung im portugiesischen mittelfeld

Die Erklärung liegt in der beeindruckenden Entwicklung zweier junger Talente: Joao Neves und Vitinha. Diese beiden Spieler haben sich unter Trainer Roberto Martínez zu absoluten Leistungsträgern im portugiesischen Mittelfeld entwickelt und drängen Silva förmlich aus dem Team. Bruno Fernandes, ebenfalls unumstrittener Bestandteil der Startformation, vervollständigt das starke Mittelfeldgefüge.

„Das Thema Bernardo Silva ist komplex, aber gleichzeitig einfach“, erklärt der portugiesische Journalist Tomàs da Cunha von DAZN und TSF Radio. „Die große Ursache für seinen veränderten Status ist die unglaubliche Entwicklung von Joao Neves und Vitinha, die jetzt unangefochtene Stammspieler sind. Mit diesen beiden und Bruno Fernandes, der ebenfalls unersetzlich ist, bilden sie das portugiesische Mittelfeld.“

Auch Experte Pedro Barata vom Expresso analysiert die Situation: „Heutzutage ist Bernardo ein sehr intelligenter Spieler, eher organisatorischer Natur, der in den ersten Spielaufbau eingebunden ist – klassischerweise eine Position, die Vitinha oder Joao Neves besetzen. Er wird oft als rechter Flügelspieler eingesetzt, einer Position, die er in den letzten Jahren beim City kaum noch bekleidet hat.“

Silva selbst nimmt die Situation sportlich. „Ich bin bereit, zu helfen, egal ob ich fünf Minuten spiele oder im Umkleideraum bin“, erklärte er kürzlich. Er scheint seine Rolle als erfahrenen Profi zu akzeptieren und dem Teamwohl Vorrang einzuräumen. Doch die Sehnsucht nach mehr Einsatzzeit ist unverkennbar.

Die Entscheidung von Martínez, Silva nicht als Flügelspieler, sondern als Mittelfeldspieler einzusetzen, ist dabei ein weiterer Faktor. „Portugal benötigt keinen Flügelspieler wie Bernardo Silva“, meint Tomàs. „Er hat sich beim City als zentrale Figur neben Rodri etabliert, verliert kaum Bälle, ist aber kein Spieler mit viel Tempo oder Dribbelstärke – eben nicht mehr der Bernardo Silva, den wir von Monaco oder seinen frühen Jahren in England kennen.“

Für das anstehende Spiel gegen Kroatien könnte Martínez jedoch wieder zu einer Überraschung greifen. Die Partie verspricht ein höheres Tempo und mehr Intensität als das Spiel gegen Kolumbien. Ob Silva dann eine Chance erhält, sei zwar noch unklar, doch die Möglichkeit besteht. „Derzeit diskutiert man, ob er als rechter Flügelspieler eingesetzt oder sogar aus der Startelf genommen wird. Das ist die Hauptfrage für Roberto Martínez“, so da Cunha.

Die taktische Flexibilität des portugiesischen Teams bereitet ihm jedoch auch Probleme: „Portugal ist in dieser Weltmeisterschaft noch nicht wirklich einig. Es gibt viele Wechselschlüsse, was Bernardo Silva, aber auch Vitinha, beeinträchtigt. Das Team ist nicht kompakt.“

Die Situation zeigt, dass selbst Weltklassespieler wie Bernardo Silva Opfer taktischer Entscheidungen und der Entwicklung anderer Spieler werden können. Ob er seine Chance im entscheidenden Moment ergreifen kann, wird die kommenden Spiele zeigen.

n ,n