Silberträume auf eis: dajana eitberger und magdalena matschina feiern olympia-coup
Emotionale achterbahnfahrt zu silber in cortina d'ampezzo
Dajana Eitberger und Magdalena Matschina haben bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand Cortina die Silbermedaille im Doppelsitzer-Rodelwettbewerb gewonnen. Der Weg dorthin war jedoch von intensiven Emotionen und großem Kampfgeist geprägt. "Es fühlte sich an wie der schlimmste Tag. Seit heute Morgen um 7:00 Uhr habe ich nur alle zehn Minuten geweint", gestand Eitberger nach dem Erfolg im Eiskanal von Cortina d'Ampezzo.

Vermissen des sohnes und der lange weg zum erfolg
Die 35-jährige Eitberger gab zu, ihren Sohn unglaublich vermisst zu haben. "Ich habe ihn mehrfach angerufen." Die Silbermedaille ist das Ergebnis eines langen und harten Kampfes, insbesondere angesichts der starken Konkurrenz innerhalb des deutschen Teams. Eitberger, lange Zeit eine Top-Athletin im Einsitzer, wechselte 2024/25 zum Doppelsitzer – eine Entscheidung, die Bundestrainer Patric Leitner als "richtig" einstufte.

Ein team, das sich perfekt ergänzt
Seit der Saison treten Eitberger und ihre 15 Jahre jüngere Partnerin Matschina gemeinsam an. Sie entwickelten sich schnell zu einer Weltspitzengruppe und lagen im Weltcup auf dem zweiten Rang. Die Silbermedaille in Cortina ist nun die Krönung ihrer bisherigen Karriere. "Wir haben den Leitsatz '1+1=11' – mathematisch nicht korrekt, das weiß ich. Wir sehen uns auf Augenhöhe, jeder hat seine Aufgabe und vertraut der anderen blind. Das macht es so besonders", erklärte Eitberger.

Druck und nervenstärke im eiskanal
Eitberger betonte den enormen Druck, dem sie ausgesetzt waren, besonders als einziger Schlitten am Start war. "Die Erwartungshaltung ist extrem hoch – wir müssen einfach abliefern. Es ist unglaublich, was man aus einem Körper herausholen kann – wie viel Nervenstärke wir da gezeigt haben." Auch Natalie Geisenberger, ehemalige Teamkollegin und Eurosport-Expertin, war von der emotionalen Leistung der beiden Rodlerinnen tief bewegt.

Eine freundschaft wächst: matschinas vertrauen in eitberger
Die Harmonie und das Vertrauen zwischen Eitberger und Matschina sind ein Schlüsselfaktor für ihren Erfolg. "Ich bin jedes Mal froh, wenn ich mit der Dajana auf einem Zimmer bin. Dass ich ihr meine Sorgen anvertrauen kann, weil ich weiß, dass egal wie blöd es klingt oder wie schlimm die Sorgen sind, dass ich ihr alles erzählen kann und mich nicht auslacht oder doof von mir denkt", sagte die 20-jährige Matschina.
Ein karriereende in perfektion
Für Dajana Eitberger ist die Silbermedaille ein perfekter Abschluss ihrer Karriere, die sie nach dieser Saison beenden wird. "Was in den letzten acht Jahren passiert ist, ist unglaublich. Wenn man diese Zeitreise im Kopf noch einmal durchgeht, ist das einfach irre, was ich da verarbeitet habe." Sie beschrieb den Tag als eine der emotional intensivsten Erfahrungen ihres Lebens und blickte dankbar auf die gemeinsame Zeit mit Magdalena Matschina zurück.
Lokalmatadorinnen sichern sich gold
Den Sieg im Doppelsitzer sicherten sich die italienischen Lokalmatadorinnen Andrea Vötter und Marion Oberhofer. Trotzdem war die Silbermedaille für Eitberger und Matschina ein großer Erfolg und ein emotionaler Höhepunkt bei den Olympischen Spielen in Mailand Cortina 2026.
