Sierre zerreißt hcc-fassade im finale: 6:3-kantersieg nach 180 sekunden powerplay-hölle

Sierre – Die Walliser spuckten Feuer. Nach 60 Minuten Eishockey, in denen La Chaux-de-Fonds zweimal zurückkam und zweimal abgeschossen wurde, steht ein 6:3 auf der Anzeigetafel. Die Serie steht 1:0 – und der HC Sierre hat dem Qualifikationssieger die Schuhe ausgezogen.

Schon nach 4:32 fiel die erste Bombe: Mathieu Vouillamoz schlenzte die Scheibe aus spitzem Winkel unter die Latte. Die 2.050 Fans in der Patinoire de Graben witterten den Endspiel-Festival. Doch was folgte, war ein Thriller mit drei Akten.

Die strafen, die alles kippten

Die strafen, die alles kippten

Mit 3:0 im Rücken schien Sierre nach 24 Minuten im Schongang zu cruisen. Dann kam die 30. Minute – und mit ihr eine Strafenlawine. Erst Scheidegger, dann Janik Loosli: zwei Powerplay-Treffer binnen 153 Sekunden, 3:2. Die HCC-Fans schrien sich heiser, die Walliser wirkten wie betäubt.

Was niemand ahnte: Der Ausgleich war nur ein Phantom. 39 Sekunden vor der zweiten Pause traf Sierre erneut in Überzahl – diesmal Dario Sutter. Die Gäste versenkten den Kopf, Sierre ging mit 4:2 in die Kabine. Die Statistik verrät die Wahrheit: Vier Tore fielen mit Mann-Mehr, drei davon in Serie.

Im Schlussdrittel schraubte Philippe Asselin das Ergebnis auf 5:2. Der HCC-Anschluss durch Kohler in der 54. Minute war nur noch Ergebniskosmetik. Vouillamoz netzte ins leere Tor, sein Hattrick perfekt. Die Serie ist noch lange nicht entschieden, aber Sierre hat dem Favoriten den Respekt ausgetrieben.

Spiel 2 ist bereits am Dienstag, 19:30 Uhr, erneut in Sierre. Für den HCC heißt es nun: Siegen oder fliegen. Die Walliser werden nichts hergeben – und das wissen die Neuenburger.