Siegemund kämpft gegen swiatek – und gegen ihr reifes tennis-alter!

Stuttgart – Mit 38 Jahren und einem Eisbeutel am Rücken will Laura Siegemund beim WTA-Turnier in Stuttgart ein „Show“-Spiel abliefern. Der Kampf gegen die Weltspitze, gegen die eigenen körperlichen Grenzen und gegen das Erwartungsbild des deutschen Frauen-Tennis – das ist die Herausforderung für die Lokalmatadorin, die nun im Achtelfinale auf die als Topfavoritin geltende Iga Swiatek trifft.

Die regeneration wird zur zäsur

Nach ihrem hart erkämpften Auftaktsieg gegen Viktorya Tomowa ließ Siegemund wissen, dass die körperliche Belastung im reifen Tennis-Alter zunimmt. „Körperlich wird die Karriere immer herausfordernder und mit mehr Schmerzen verbunden“, gestand sie, während sie die Interviewpflichten mit einem selbstgefälligen Lächeln erfüllte. Doch das Spielgefühl, das habe sich im Gegenteil verbessert. Eine Aussage, die Hoffnung macht – und gleichzeitig die Frage aufwirft, wie lange sie diesen Balanceakt noch meistern kann.

Das dilemma des dtb: junge talente vernachlässigt?

Das dilemma des dtb: junge talente vernachlässigt?

Während Siegemund auf dem Platz alles gibt, erlebt das deutsche Frauen-Tennis gerade eine derart tiefe Krise, dass es kaum zu übersehen ist. Der Abstieg in die Drittklassigkeit im Billie Jean King Cup verdeutlicht die Probleme. Dass Siegemund als aktuell beste deutsche Spielerin in Stuttgart antritt, wirft ein Schlaglicht auf die Situation. „Es wäre vielleicht nicht schlecht gewesen, die jungen Leute ein bisschen früher mit reinzuholen“, kommentierte Siegemund die Vorgänge. Die Abhängigkeit von der „alten Garde“ habe zu lange bestanden, so die Einschätzung der erfahrenen Spielerin.

Swiatek holt sich tipps vom maestro

Swiatek holt sich tipps vom maestro

Im Achtelfinale wartet nun Iga Swiatek, die nach einer Phase der Unsicherheit und einem Trainerwechsel mit Francisco Roig, dem langjährigen Weggefährten von Rafael Nadal, neu angreift. Der spanische Tennis-Superstar gab der jungen Polin auf Mallorca wertvolle Tipps – ein Privileg, wie Swiatek selbst bestätigte. Siegemund weiß, dass sie gegen die Favoritin alles geben muss. „Man muss sehr, sehr offensiv spielen und sehr früh das Zepter übernehmen“, erklärte sie. „Wenn man einmal in der Defensive ist, kommt man normal nicht mehr raus.“

Mehr als nur ein spiel

Mehr als nur ein spiel

Für Laura Siegemund ist das Turnier in Stuttgart mehr als nur ein weiteres Spiel. Es ist eine Chance, zu zeigen, dass Erfahrung und Leidenschaft auch im hohen Tennis-Alter noch eine Rolle spielen können. Aber auch eine Mahnung, dass der deutsche Tennisbund dringend die Weichen für die Zukunft stellen muss. Auch wenn ein Coup gegen Swiatek den Niedergang des Frauen-Tennis nicht vergessen machen kann – es wäre ein Signal.