Siebert im champions-league-finale – trotz wm-absage!
Daniel Siebert, der Mann, der deutsche Fußballschiedsrichter, steht vor einem überraschenden Comeback auf der europäischen Bühne. Während er bei der anstehenden Weltmeisterschaft leer ausgehen wird, hat er sich in der Champions League einen Platz im Halbfinalrückspiel zwischen Arsenal und Atletico Madrid gesichert. Ein ironisches Schicksal für einen Referee, der national hoch gehandelt wird, aber international offenbar noch nicht ganz die Anerkennung genießt, die er verdient.

Arsenal und atletico – siebert kennt die spielregeln
Die UEFA hat den Berliner Schiedsrichter für das brisante Duell in London am Dienstagabend ausgewählt. Es ist bereits sein neunter Einsatz in dieser Champions-League-Saison, eine Bestätigung für seine Leistungen, auch wenn die WM-Nominierung ausblieb. Siebert hat die Protagonisten der Gunners und Colchoneros bereits im Laufe der Saison vor der Linse gehabt, was ihm einen gewissen Vorteil verschaffen dürfte. Er kennt ihre Spielweise, ihre Stärken und Schwächen – und weiß, worauf es in einem Halbfinalrückspiel ankommt.
Doch es gibt einen Haken: Slavko Vincic, der Slowene, der in dieser Saison ebenfalls neun Partien leitete, hatte beim Hinspiel zwischen Bayern und Real Madrid keine glückliche Figur. Seine Leistung wurde von kicker mit einer 5 bewertet. Ob dies indirekt Sieberts Chance war, ist reine Spekulation – doch die Ironie des Schicksals ist unverkennbar. Nur ein Schiedsrichter hat in dieser Champions-League-Saison so viele Spiele geleitet wie Siebert.
Der DFB-Pokal-Finalist von 2023 hat sich in der deutschen Bundesliga einen Namen gemacht, mit bereits 201 Einsätzen. International kann er auf 26 Champions-League- und 20 Europa-League-Spiele zurückblicken. Seine Einsätze bei den Europameisterschaften 2021 und 2024 sowie bei der WM 2022 unterstreichen seine internationale Erfahrung. Felix Zwayer hingegen, der einzige deutsche Schiedsrichter, der zur WM reisen darf, wird in der Champions League in der kommenden Saison fünf Partien leiten – ein bitterer Trost für Siebert.
Es bleibt abzuwarten, ob Siebert diese Chance nutzen kann, um sich endgültig im internationalen Schiedsrichter-Kreis zu etablieren. Sein Auftritt in London wird genau unter die Lupe genommen – und könnte den entscheidenden Unterschied machen. Der Druck ist hoch, die Erwartungen sind groß. Doch Siebert scheint bereit zu sein, dieser Herausforderung zu stellen.
