Sieben delorean-helden: so überlebte der zeitmaschinen-kult von zurück in die zukunft
88 Meilen pro Stunde reichen nicht, um ein Mythos zu werden. Es braucht sieben Autos, ein verlassenes Lager und ein Dutzend Fans, die 27 Jahre später mit Schraubenschlüssel und Archivplan auftauchen. Die DeLorean-Dynastie aus Back to the Future lebt – aber nicht im Kino, sondern in einem Museumsglas, das Milliardensummen wert ist.
Das hero car war nur die spitze
Der silberne Blickfänger, den jeder als Marty McFlys Zeitmaschine kennt, trägt intern die Kennung „A-Car“. Regisseur Robert Zemeckis schonte das Fahrzeug für Nahaufnahmen, verbaute aber keinen DeLorean-Motor – das Klangbild lieferte ein Chevrolet V8, aufgenommen in einem Studio in Burbank. Nach Drehende landete der Wagen in einem Universal-Stall, vergammelte 25 Jahre, bis Drehbuchautor Bob Gale 2012 die Rettung organisierte. Die Restaurierung kostete sechsstellig, die Teile stammten aus ausrangierten IBM-Mainframes und einem NASA-Schrottcontainer. Heute steht das Auto im Petersen Automotive Museum, versichert für 3,2 Millionen Euro – und das ist nur der offizielle Wert. Im Sammlerkreis spricht man leise über das Doppelte.

Cars b bis g: die stunt-brüder verschwinden stück für stück
Für Sprünge durch Zeitfenster und Zugkollisionen baute das Team Replikas ohne Innenausstattung. Car B riss Zementpfeiler entzwei, bevor ein Dampflokomotive ihn in Part III zerschnitt. Die Überreste verscherbelte Universal an Freizeitparks; heute hängt ein Fragment an einer Wand in Tokio, ein anderes dient als Getränketisch in einem Texaner-Keller. Car C wurde der Länge nach aufgesägt, damit Kameramänner durch das Cockpit fahren konnten. Die Schnittkanten sind noch sichtbar – ein Sammler in Ohio zeigt das Exponat gegen Voranmeldung, Eintritt: 500 Dollar, Fotografieren verboten.

Die flug-modelle von 2015 lösten sich in luft auf
Für die Hoverboard-Jagd bauten Spezialisten fiberglashelle ohne Motor, nur mit Seilaufhängung. Nach letztem Take-off landeten die Schalen im Studio-Container, splitterten bei der nächsten Umzugsaktion. Ein Komplettmodell tauchte 2019 auf einer Vancouver-Auktion auf – Zustand: „zerquetscht, aber original“. Ergebnis: 220.000 Kanadische Dollar. Der Käufer ließ es in Epoxidharz einbalsamieren, stellt es seither in seiner Eisdiele aus; Kinder bestellen Vanille-Eis unter einem Prop-Flügel.

Wüsten-delorean und drahträder: die letzten überlebenden
In der Wüste von California City schraubte das Stunt-Team einen VW-Käfer-Motor unter die Edelstahl-Karosse, montierte Buggy-Federbeine und jagte über Salzkringel. Das Fahrzeug überstand Cactus-Crashes, endete in einer Scheune bei Palmdale. Der Besitzer, ein ehemaliger Paramount-Grip, startet den Motor einmal im Jahr – 45 PS, aber genug für Instagram-Follower, die 1.000 Dollar zahlen, um selbst hinter dem Lenkraderdbeere zu sitzen. Die andere Einheit fuhr auf Eisenbahnschienen, Räder aus Stahl, Antrieb durch Seilwinde. Die Lokomotive rammte auch dieses Auto – Teile sind verschwunden, nur das Chassis-Fragment lagert in Universal-Archiven, zugänglich für Forscher mit Studioausweis.
Die Sieben sind längst Kulturgut. Doch während Museen um Sponsoren werben, schraubt irgendwo in einem Garagenloch ein Teenager an einem Nachbau, lackiert Kühlwasserrohre silber und schickt seine Version an TikTok. Die Saga wird nie enden – sie wird nur leiser, teurer, seltener. Und irgendwann jagt ein neues Auto durch die Jahre, während das Original weiter Rost schiebt. Hollywood rechnet bereits mit einem Revival: Die Rechte liegen bereit, das Budget steht, nur der Flux-Kondensator wartet noch auf Zulassung. Die Uhr tickt – 88 Meilen sind schneller erreicht, als ein Studio-Chef „Cut“ ruft.
