Shiffrin greift an: super-g-start soll die große kugel retten

Der Vorsprung schmilzt. Mikaela Shiffrin, die in dieser Saison lange wie eine Weltcup-Gewinnerin ohne Gegner wirkte, sieht sich plötzlich mit einem echten Kampf konfrontiert – und reagiert. Laut Informationen des Blick hat sich die 30-jährige Amerikanerin entschieden, am Sonntag beim Super-G in Val di Fassa an den Start zu gehen. Eine Entscheidung, die mehr über die aktuelle Lage verrät als jede Pressemitteilung.

Emma aicher macht den rückstand kleiner – rennen für rennen

Wer hätte das zu Saisonbeginn gedacht: Emma Aicher, 22 Jahre alt, drängt Shiffrin in die Defensive. Die Deutsche ist das, was man im alpinen Skisport selten findet – eine echte Allrounderin, die in sämtlichen Disziplinen Punkte sammelt. Bei der heutigen Abfahrt in Val di Fassa fuhr Aicher auf Rang zwei und reduzierte den Rückstand im Gesamtweltcup auf 139 Punkte. Das ist noch ein Polster. Aber kein beruhigendes mehr.

Shiffrin trainiert seit zwei Tagen in Italien auf den langen Ski. Das Signal ist klar: Sie will in der Geschwindigkeit nicht kampflos das Feld räumen. Nur – die Ausgangslage ist heikel. In dieser Saison stand die 108-fache Weltcupsiegerin erst einmal im Super-G am Start. Mitte Dezember in St. Moritz kam sie nicht ins Ziel. Die Erinnerung daran sitzt.

Acht rennen, zwei verschiedene welten

Acht rennen, zwei verschiedene welten

Bis zum Saisonende – Weltcupfinal inklusive – stehen noch acht Rennen auf dem Programm. Aicher dürfte alle bestreiten. Shiffrin als ausgewiesene Technikspezialistin realistisch betrachtet fünf, vielleicht sechs. Das ist der strukturelle Nachteil, den keine Tagesform der Welt einfach wegwischt.

Genau deshalb ist der Start im Super-G keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Notwendigkeit. Shiffrin braucht Punkte dort, wo sie sich normalerweise nicht wohlfühlt. Und Aicher braucht nur das zu tun, was sie die ganze Saison getan hat: starten, ankommen, punkten.

Die große Kugel ist noch in Shiffrins Händen. Aber sie liegt dort inzwischen deutlich weniger bequem als noch vor vier Wochen.