Shaqiri wirbelt wieder: basels letzter trumpf im kampf um europa

Die Luft im St. Jakob-Park knistert. Nicht wegen des Frühlingswindes, sondern wegen Xherdan Shaqiri, der nach seiner Muskelfaser-Pause wieder in der Startelf steht und den FC Basel ausgerechnet jetzt retten soll, wo die Saison zu kippen droht.

Servette kommt – und mit ihm die angst, dass europa wegläuft

Sechs Spiele ohne Niederlage, nur ein Sieg: Die Statistik der Genfer klingt nach Stagnation, doch das reicht, um die Basler in Schockstarre zu versetzen. Denn während Jocelyn Gourvennec seine Servette-Truppe langsam aber sicher vom Tabellenmittelfeld wegtrimmt, stapelt sich beim FC Basel der Druck wie Schnee auf der Tribünenkante. Kein Erfolg gegen Servette, und der Abstand auf Rang vier wächst auf sieben Punkte – ein Kratzer, der nicht mehr auszureiben ist.

Deswegen ist Philipp Kresnik froh, dass er heute Abend nicht auf dem Flügel, sondern hinter der Spitze wirbeln darf. Stephan Lichtsteiners Experiment, Shaqiri nach außen zu verfrachten, war ein Notpflaster. Nun kehrt der 31-Jährige in die Zentrale zurück, dort, wo sein linker Fuß Lücken reißt und seine Augen diagonal Pässe schneiden. Die letzte Heimpartie ohne ihn endete 0:2 gegen St. Gallen – ein Ergebnis, das im Baselbieter Verein noch immer nachhallt wie ein Schuss im leeren Stadion.

Die uhr tickt – und mit ihr die geduld der fans

Die uhr tickt – und mit ihr die geduld der fans

Die Kurve will keine Erklärungen mehr, sie will Tore. 18 500 Karten sind restlos weg, doch die Stimmung ist keineswegs euphorisch, sondern gespannt wie ein Seilakt. Denn alle wissen: Verliert Basel auch dieses Heimspiel, ist die Europapokal-Träume nicht nur gestört, sondern am Boden zerstört. Die Zielsetzung „internationale Gruppenphase“ war im Sommer noch Chefsache, nun ist sie zur Obsession geworden.

Und morgen? Dann fliegt die Mannschaft nach Luzern, wo man hofft, dass sich der Strich-Showdown in Lausanne so entwickelt, dass man von fremden Schützen profitieren kann. Doch wer sich fremde Hilfe erhofft, hat die Kontrolle längst abgegeben. Deswegen ist heute Abend alles oder nichts – und Xherdan Shaqiri ist der Mann, der das alles tragen muss. Keine Bühne war je kleiner, keine Aufgabe je größer.