Shakira: vier jahre nach der trennung – ein schonungsloser blick zurück

Die Trennung von Shakira und Gerard Piqué schockierte 2022 die Welt. Doch was folgte, war mehr als nur eine öffentliche Liebesbeendigung – es war der Beginn einer öffentlichen Katharsis, die bis heute für Schlagzeilen sorgt. In einem kürzlichen Interview mit TVE offenbarte die kolumbianische Sängerin, dass die Wunden zwar langsam heilen, die Erinnerungen jedoch scharf bleiben.

Humor als ventil für tiefen schmerz

Anders als in ihren hitzigen Songs wie „BZRP Music Sessions, Vol. 53“ präsentiert sich Shakira 2024 überraschend gefasst. Humor ist ihr nun wichtigstes Werkzeug, um das Trauma zu verarbeiten. „Ich lache viel über das, was mir passiert ist und mache Witze über die Schwierigkeiten, die ich durchgemacht habe“, so die Sängerin. Diese neu gewonnene Distanz zu den Ereignissen markiert einen wichtigen Schritt in ihrem Heilungsprozess.

Doch hinter der Fassade des Lachens verbirgt sich eine ehrliche Analyse der Jahre, die sie in Barcelona verbrachte, während Piqué in seiner sportlichen Glanzzeit beim FC Barcelona stand. Shakira beschrieb ihren Schmerz nicht nur als psychisches Leiden, sondern als ein fast körperliches Gefühl. „Es fühlte sich an, als hätte man mir ein Loch in die Brust gerissen. Und dieses Gefühl war so real, fast physisch. Ich fühlte tatsächlich, als hätte ich ein Loch in der Brust und dass man hindurchsehen konnte“, gestand sie.

Diese Worte verdeutlichen die Tiefe der Krise, die sich mit dem gesundheitlichen Niedergang ihres Vaters und ihren Problemen mit dem spanischen Finanzamt überschnitt – eine „perfekte Sturm“, wie sie es selbst bezeichnete.

Einseitige opfer und die rückgewinnung der freiheit

Einseitige opfer und die rückgewinnung der freiheit

Shakira scheute sich nicht, die Ungleichheit in ihrer Beziehung anzusprechen. Sie betonte, dass sie ihre Karriere für Jahre in den Hintergrund gestellt hatte, um Piqué in Barcelona zu unterstützen und ihm den Weg zu sportlichen Erfolgen zu ebnen. „Ich habe meine Karriere in den Hintergrund gestellt und bin nach Spanien gezogen, um ihn zu unterstützen, damit er Fußball spielen und Titel gewinnen konnte…“, erinnerte sie.

Der ursprüngliche Plan war, nach seiner Karriere in die Vereinigten Staaten umzuziehen – eine Art Entschädigung für ihre jahrelangen Opfer. Doch dieser Plan zerriss mit dem Aufkommen von Clara Chía und dem Ende der Beziehung. Heute blickt Shakira jedoch mit anderen Augen auf diese Zeit. Der Umzug nach Miami habe ihr nicht nur ihre Karriere, sondern auch ihre Identität zurückgegeben. „Als ich diese Freiheit fand, fand ich auch mich selbst. Es war eine Reise der Rückbesinnung… Ich habe meinen Stil zurückgewonnen und fühle mich wieder sexy“, erklärte sie.

Kinder, werte und eine kritische sicht auf das bildungssystem

Kinder, werte und eine kritische sicht auf das bildungssystem

Trotz der Spannungen scheint es Einigkeit in Bezug auf die Erziehung ihrer Kinder Milan und Sasha zu geben. Doch auch hier scheut sich Shakira nicht, Kritik zu äußern – diesmal am aktuellen Bildungssystem, das sie als „defekt“ bezeichnet, da es nur hohe Noten belohnt und Fehler nicht zulässt. Besonders hervorzuheben ist ihr strenger Umgang mit Technologie: Ihre Kinder besitzen keine Handys, sondern lediglich ein iPad unter strenger Aufsicht.

Dieser Fokus auf Disziplin und die Vermittlung „grundlegender Werte“ wird von vielen Analysten als ein subtiler Seitenhieb auf den Lebensstil Piqués interpretiert, der stärker mit der digitalen Welt, den E-Sports und der ständigen medialen Präsenz durch die Kings League verbunden ist.

Ein recht auf den öffentlichen schmerz

Ein weiterer Diskussionspunkt sind ihre Antworten auf die Kritik an der Art und Weise, wie sie ihr Liebeskummer öffentlich verarbeitet hat – insbesondere durch ihre Songs, allen voran die „BZRP Music Session #53“. Shakira enthüllte, dass sogar ihr Management ihr geraten hatte, die Texte zu entschärfen. Ihre Antwort war unmissverständlich: „Ich bin eine Künstlerin. Ich bin eine Frau. Und ich bin eine verletzte Löwin. Und niemand sollte mir sagen, wie ich meine Wunden lecken soll.“ Mit diesen Worten sendet die Kolumbianerin ein starkes Signal des weiblichen Empowerments und lehnt die Vorstellung ab, dass Frauen Schmerz „passiv“ oder stillschweigend ertragen sollten.

Obwohl Gerüchte über eine verbesserte Kommunikation mit Piqué zum Wohle ihrer Kinder kursieren, betont Shakira, dass Heilung „viele Jahre dauert“. Sie hat gelernt, dass man „auch mit einer Wunde, die nicht heilt, glücklich sein kann“. In Bezug auf die Liebe gibt sie zu, dass sie nach den Erlebnissen „keine Männer mögen sollte“, räumt aber humorvoll ein, offen für „Freunde“ zu sein, eine feste Beziehung steht jedoch nicht in ihren Plänen.

Die Zukunft? Shakira hat ihre Vergangenheit hinter sich gelassen und blickt selbstbewusst nach vorn – eine Löwin, die gestärkt aus dem Kampf hervorgegangen ist.