Shai schlägt zurück: warum der mvp die freiwurf-debatte platt macht

Neun Treffer aus neun Versuchen – und trotzdem hagelt es Beschuldigungen. Shai Gilgeous-Alexander lässt sich von der Freiwurf-Kritik nicht anstecken, sondern zieht die Statistik-Karte selbst. Er spricht mit dem Selbstbewusstsein eines Champions, der genau weiß: Hinter jedem Pfiff steckt eine Entscheidung, nicht eine Schwalbe.

Die zahlen sprechen gegen den vorwurf

Luka Dončić marschiert 10,2 Mal an die Linie, Deni Avdija 9,2 Mal – Shai „nur“ 9,1. Dennoch wird ausgerechnet der Kanadier zum Sündenbock erklärt, weil seine Step-Backs so unterschiedlich aussehen. „Kein OKC-Fan beschwert sich“, sagt er trocken. „In Denver juckt auch niemand über Jokićs Freiwürfe.“ Die Pointe: Die lautesten Kommentare kommen selten von den Arenen, sondern aus Timeline-Looping-Videos, in denen jedes zweite Dribbling als Flop deklariert wird.

Die Liga notiert 10,9 erfolgreiche Field Goals pro Partie für SGA – kein Spieler trifft öfter aus dem Spiel heraus. Dennoch lautet die vermeintliche Erkenntnis: Er lebt nur von der Linie. Dabei ist seine wahre Stärke die Geschwindigkeit, mit der er den Kontakt sucht, statt ihn zu vermeiden. Das unterscheidet ihn von vielen Score-Punkten, die lieber sidesteppen als körperlich zu werden.

Warum die hater-reihe ein zeichen von größe ist

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„Erst liebt dich jeder, dann wirst du auseinandergenommen“, zitiert er LeBron James. Der Zyklus ist in der NBA so alt wie 24 Sekunden Shot-Clock. Wer aber glaubt, Shai würde sich in Opferrolle winden, kennt seine Antritte in den letzten zwei Playoff-Runden nicht. Gegen Dallas, gegen New Orleans – dort spielte er sich mit Freiwürfen warm, um anschließend mit fadeaways abzukühlen.

Sein Cheftrainer Mark Daigneault bringt es auf den Punkt: „Wenn Shai 15 Mal zum Kreis ginge und nichts rausholen würde, würden alle sagen, er sei zu passiv.“ Also wählt er die aggressive Mittellinie – und kassiert nebenbei 1,1 Freiwürfe mehr als im Vorjahr. Die geringste Steigerung unter den Top-25-Scorern, aber die lauteste Debatte.

Die Thunder liegen mit 22-5 vorne, SGA führt die MVP-Ranglisten an. Die Kritik? Lärm, der verebbt, sobald der Playoff-Pfiff ertönt. Denn dort zählen keine Memes, sondern Treffer. Und der Kanadier hat eins im Köcher, das sich nicht als Tweet versenden lässt: einen Drive, der nicht zu stoppen ist, wenn der Schiri pfeift – oder eben auch nicht.