Sgs essen stoppt freien fall: 4:3-krimi gegen jena wirft noch keine rettungsleiter

Essen rast, Jena sinkt. Nach 90 Minuten mit sieben Treffern, zwei Patzerserien und einem Stadion, das zwischen Hoffnung und Verzweiflung schwang, steht die Bilanz glasklar: Die SGS hat ihre Talfahrt gestoppt, Carl Zeiss Jena dagegen steht mit dem Rücken zur Wand – 4:3, mehr Torhunger geht kaum.

Ella touon brennt die abwehr ein

Der Matchplan von Trainer Markus Högner war simpel: „Wir müssen vorne Feuer machen, sonst wird es eng.“ Ella Touon nahm’s wörtlich. Schon nach sechs Minuten riss sie einen langen Ball aus der Luft, ließ zwei Gegenspielerinnen stehen und hämmerte die Kugel unters Lattenkreuz. Zwölf Minuten später servierte sie Jacqueline Meißner die 2:0-Vorlage – Jena wirkte wie betäubt.

Der CZJ-Anschlusstreffer durch Rieke Tietz vor der Pause war ein Warnschuss, den Essen ignorierte. Nach Wiederanpfiff legte Touon wieder vor, Meißner vollstreckte erneut. Die Führung schien sicher, doch plötzlich rutschte die SGS-Defensive weg. Reuter und Börner verkürzten, der Vorsprung schmolz auf ein Tor. Die letzten zehn Minuten: pure Euphorie im Stadion an der Hafenstraße, aber auch das alte Unbehagen.

Letzte Saison verlor Essen noch fünf Mal in Folge, als der Druck stieg. Diesmal hielt die Mannschaft durch. Torhüterin Lisa Weiß parierte einen Freistoß aus 19 Metern, Jena-Coach Christian Müller warf alles nach vorn, doch die Uhr lief unerbittlich. Der Schlusspfiff löste eine Mischung aus Erleichterung und Jubel aus – und die Erkenntnis, dass drei Punkte nur ein kleiner Schritt bleiben.

Hsv bleibt außer reichweite

Hsv bleibt außer reichweite

Mit 15 Punkten rückt die SGS bis auf drei Zähler an den Hamburger SV heran, bleibt aber Tabellenzwölfte. Die Hanseaten haben 18 Zähler und ein besseres Torverhältnis, zudem ein Nachholspiel in der Hinterhand. Für Jena sieht es noch düsterer aus: Sieben Punkte fehlen zum rettenden Ufer, nur noch drei Partien sind zu vergeben. Die Thüringer müssen gewinnen, gleichzeitig auf Schützenhilfe hoffen – eine Konstellation, die selbst Optimisten kaum mehr träumen lässt.

Die nächsten Aufgaben: Essen gastiert am Sonntag bei der TSG Hoffenheim, Jena empfängt Bayern München. Die Meisterinnen kommen, die Abstiegszone bleibt. Die Saison neigt sich dem Ende zu, die Rechnung ist dennoch offen. Wer am letzten Spieltag noch zittert, entscheidet sich in den kommenden 270 Minuten. Essen hat die Initiative zurückerobert – ob es reicht, wird die Wahrheit auf dem Rasen zeigen.