Sevilla triumphiert in villarreal – plaza mahnt zur vorsicht
Ein eisiger Hauch von Realität weht über den rauen Jubel: Luis García Plaza führte das Sevilla in Villarreal zu einem wichtigen 3:2-Sieg, der dritten Pleite in Folge und dem ersten unter seiner Regie. Doch der Coach warnt: Die Lage ist noch lange nicht gerettet.

Die zahlen lügen nicht: ein lichtblick im kampf um die liga
31 Spiele, acht Siege – so die bittere Bilanz vor Plaza. In sieben Partien unter seiner Führung gab es nun schon vier Erfolge. Und das gegen den amtierenden Copa del Rey-Sieger und ein Villarreal, das seine Heimspiele normalerweise mit eiserner Faust verteidigt. Nur Real Madrid und Barcelona konnten dort in dieser Saison gewinnen. Die Bilanz ist beeindruckend, aber Plaza bleibt skeptisch: „So lange alle gewinnen, kann es am Ende auf 46 Punkte hinauslaufen.“
Das Spiel selbst war ein Auf und Ab der Gefühle. Villarreal überraschte Sevilla mit einer taktischen Neuerung, insbesondere Moleiro sorgte für Kopfschmerzen. „Gerard lässt sichoft nach außen schieben, das wussten wir. Moleiro hat uns aber wirklich überrascht, wie er sich da vorne bewegt hat“, analysierte Plaza nach dem Spiel. Im Angriff hingegen war Sevilla über weite Teile des Spiels gefährlich, las die Räume gut aus und zeigte Persönlichkeit am Ball. Die Defensive jedoch ließ zu wünschen übrig. „Wir haben nicht gut genug aufgestellt, um die schnellen Konter von Villarreal zu unterbinden.“
Der Schlüssel zum Sieg lag für Plaza im Tor von Oso. „Dieser Treffer hat dem Team neuen Glauben gegeben.“ Die Fans, 600 von ihnen reisten an einem Wochentag nach Villarreal, sorgten für eine unglaubliche Atmosphäre. „Sie waren die beste 12. Mann, die man sich vorstellen kann“, lobte Plaza seine Anhänger. Die Stimmung im Team ist nach den jüngsten Erfolgen gestiegen, Plaza musste jedoch intensiv daran arbeiten, das Vertrauen der Spieler wiederherzustellen. „Nach der Niederlage in Pamplona lagen sie am Boden. Ich musste sie wieder aufbauen.“
Dieser Sevilla ist nicht der von teuren Neuzugängen, sondern ein bescheideneres Team, geprägt von Umständen, die Plaza nicht näher beleuchten wollte. Stattdessen sieht er die Chance, jungen Spielern aus dem eigenen Nachwuchs eine Chance zu geben. Sow, Agoumè, Akor und Neal haben überzeugt. „Sie haben mit und ohne Ball eine unglaubliche Persönlichkeit gezeigt.“
Nach dem 2:0 Rückstand musste Plaza taktisch reagieren. Marcelino, der Trainer von Villarreal, habe „unglaubliche Arbeit geleistet“ und verfüge über „sehr gute Spieler“. Die Umstellung auf drei Offensivspieler brachte jedoch frischen Wind und ermöglichte dem Sevilla, das Spiel zu kontrollieren. „Es ist normal, dass man in der zweiten Halbzeit Gegentreffer bekommt, aber das Team hat gut gearbeitet.“
Am Sonntag steht das Duell mit dem Real Madrid an. „Da braucht es wieder eine Hölle im Stadion, entweder rot oder weiß“, forderte Plaza. Die Fans müssen nun alles geben, um die Hoffnung auf den Klassenerhalt am Leben zu erhalten. Denn eines ist klar: Dieses Sevilla kämpft bis zum Schluss.
