Sevilla spielt sich in nervión zurück ins leben – real sociedad droht der k.o.

21 Uhr, Sánchez-Pizjuán, rote Wand, letzte Ausfahrt Rettung. Der FC Sevilla muss heute gegen Real Socidad gewinnen, sonst wird der Abstieg zur Gewissheit. Die Rechnung lautet: sechs Punkte aus zwei Heimspielen oder zweite Liga. Los de colorao sind wieder die ihren – aber nur, wenn sie auch Fußball spielen.

Die Katze trabt seit Wochen am Abgrund entlang. Kein Sieg seit dem 10. Februar, nur ein einziges Tor aus offenem Spiel in den letzten fünf Partien. Die Fans singen, aber ihre Stimmen kratzen. Luis García Plaza hat keine unbeschriebenen Blätter mehr, er muss improvisieren. Djibril Sow fehlt gesperrt, Manu Bueno riss sich am Samstag das Syndesmoseband, Azpilicueta kommt gerade mal für 45 Minuten in Frage. Dafür darf Nico Guillén erstmals in den Kader – 19 Jahre, Sturm, Torschützenkönig der U23.

Die real sociedad kommt mit eigener krise im gepäck

Die real sociedad kommt mit eigener krise im gepäck

Die Basken haben unter Alexander Isaks Ersatzmann Matarazzo drei Spiele in Folge nicht gewonnen – so schlecht lief es seit seiner Amtsübernahme nicht. Die Champions-League-Platz fünf ist noch zwei Zähler entfernt, aber die Konkurrenz atmet im Nacken. Statt Óskarsson wird vermutlich Gorrotxategi ins Mittelfeld rücken, Sucic soll das Spielgerät stabilisieren. Der Plan: viel Ballbesitz, Sevilla ersticken lassen, dann Oyarzabal.

Und genau hier beginnt das Problem der Andalusier. Deren einziger Dribbelspieler mit internationaler Klasse heißt Rubén Vargas. Wenn der Schweizer heute nicht den Schritt nach vorn macht, macht ihn die Defensive der Real. Oyarzabal dagegen schwört bereits auf den Pizjuán: Beim 2:1 im Hinspiel schoss er beide Tore, seit Januar traf er siebenmal in zwölf Partien. Zahlen, die das Nervión-Gemäuer beben lassen.

Der Vorhang fällt um 21.00 Uhr. Die Anstoß-Whistle wird gleichzeitig die Startpistole für eine Nacht sein, in der Rechnungen und Emotionen kollidieren. Der Klub, der Europa in den 2000ern neu erfand, steht mit dem Rücken zur Wand – und weiß, dass die Wand aus Beton ist. Entweder Sevilla spielt sich heute zurück ins Leben, oder die Saison wird zur Leiche. Es gibt kein Morgen mehr, nur noch 90 Minuten.