Sevilla rettet sich in letzter sekunde – maupay nimmt abschied mit offenem herzen
Der Ramón Sánchez-Pizjuán bebte gestern Abend vor Enttäuschung, doch das grelle 0:1 gegen Real Madrid war nur noch halb so bitter: Der Sevilla FC hat den Klassenerhalt perfekt gemacht. Die Rechnung war denkbar simpel: Punktgleichheit mit dem Abstiegsplatz, aber das bessere Torverhältnis rettet die Andalusier – und das, obwohl sie seit Wochen wie ein Auto mit leerem Tank über die Autobahn rollten.
Maupay: vom randalierer zum lebensversicherer
Neal Maupay wird diese Rettungsmission nicht mehr mitfeiern. Der Franzose mit argentinischem Pass kam im Winter als Notnagel aus Marseille, zwei Tore und eine Vorlage in elf Partien – keine Galaktischen Zahlen, aber genug, um den Absturz aufzuhalten. „Ich habe jeden Meter für dieses Wappen gegeben“, schrieb er auf Instagram und schob ein Foto von sich nach, auf dem er die Hand ans Herz legt – so, als wollte er den Pulsschlag des Stadions einfangen.
Trainer Luis García Plaza erinnert sich gern an die Kehrtwende: „Erst war er der neue Stürmer von Matías, dann war er plötzlich mein Problem.“ Maupay verpasste die erste Woche unter dem neuen Coach, saß drei Spiele hintereinander draußen. „Dann kam er zu mir: ‚Mister, ich gehe jetzt full throttle‘. Seitdem lief er jedes Mal auf – und wir haben Luft geholt.“

Was bleibt: ein herzschlag und ein pokal für die geschichtsbücher
Die Saison endet am Samstag in Vigo, doch die Spieler werden nur noch die letzten Schulden abstreifen. Die wahre Prüfung beginnt im Sommer: Sportdirektor Víctor Orta muss einen Kader flicken, der in 37 Spielen 49 Gegentore kassierte – nur drei Teams waren schlechter. Maupays Leihe läuft aus, Marseille wird die Kaufoption wohl nicht ziehen. Bleibt die Frage, ob sein Herzschlag-Moment ausreicht, um einen neuen Vertrag zu erzwingen.
Für die Fans zählt jetzt nur eins: Sie bleiben erstklassig. Und wenn sie nächste Saison wieder in die Königsklasse schielen wollen, brauchen sie mehr als ein paar emotionale Instagram-Posts – sie brauchen Tore. Ob mit oder ohne Neal Maupay.
