Sevilla muss verkaufen, um atmen zu können

Die Uhr tickt. Sevilla darf nur kaufen, wenn vorher Spieler gehen – und der Markt läuft bereits heiß. José María del Nido Carrasco stellte gestern José Ignacio Navarro als neuen Sportdirektor vor und erklärte, das Budget sei „kontrolliert, aber am absoluten Limit“. Kein Euro darf mehr fließen, bevor nicht Gehälter fallen. Eine Logik, die den Klub seit Jahren in die Knie zwingt.

Gehaltsmasse – das ewige problem

Der Kader quillt über von Veteranen mit dicken Verträgen und kaum noch Weiterverkaufspotenzial. Im letzten Sommer hatte Antonio Cordón ganze 250.000 Euro Flexibilität und musste trotzdem Neuzugänge registrieren. Marcao willigte in eine deutliche Gehaltsreduktion ein, Januzaj ebenfalls. Nianzou hingegen verweigert sich bis heute – und bleibt damit der Topverdiener. Bei Jordán fand man keine Einigung. Beide laufen 2025 aus, stehen auf der Verkaufsliste.

Die Hoffnung auf Gudelj zerploppte: Der Serbe wollte zwar um eine weitere Saison verlängern und signalisierte eine weitere Lohnzahlung, löste sich dann aber doch. Noch kein Wort, wohin die Reise geht.

Navarro setzt auf spanisch für lau

Luis García Plaza lautete die Marschrichtung aus: „Nur spanische Profis, keine Ablöse, aber brennender Wille auf LaLiga.“ Navarro lieferte direkt nach: Jon Guridi kommt aus Real Sociedad, Juan Iglesias folgt aus Valladolid – letzter Deal noch aus Cordóns Feder. Im Rennen bleiben Pablo Martínez, Adrián Liso und Torwart Diego Conde, der aktuell Favorit ist, die Lücke von Nyland zu füllen. Zweiter Schlussmann gesucht.

Patrick Mercado (Ecuador) und Arouna Sangante stehen noch unter Vorbehalt, beide Transfers waren Cordóns letzte Handgriffe. Die Rückkehr von Vlachodimos hingegen gilt nach Newcastle-Wechsel als „sehr unwahrscheinlich“. Ein Satz, der das ganze Drama widerspiegelt: Sevilla braucht zwei neue Torhüter, darf aber keinen Cent ausgeben, bevor nicht jemand geht.

Der Sommer wird laut – und teuer, wenn man ihn verkürzt.