Serie-a-furioso: fünf klubs jagen zwei champions-tickets – como gegen roma wird zur schicksalswoche

Wer nach 30 Spieltagen noch keine Karten für die Champions League gebucht hat, muss jetzt sprinten. Inter hat den Meisterpokal schon virtuell im Sack, Milan dürfte als Zweiter nachziehen. Dahinter tobt eine Wild-West-Schlacht um Rang drei und vier – und damit um rund 50 Millionen Euro Startprämie.

Napoli (56 Punkte) hält momentan das letzte direkte Ticket, doch Como und Roma (je 51) atmen den Gästen bereits in den Nacken, Juventus (50) lauert mit einem Spiel weniger. Atalanta (46) will aus dem siebten Platz noch einmal angreifen. Zwischen Platz drei und sieben liegen läppische zehn Zähler – bei noch neun ausstehenden Partien. Die Tabelle kann sich an einem Abend komplett drehen.

Como gegen roma – mehr als nur ein kellerfeuer

Samstagabend, 20.45 Uhr, Stadio Giuseppe Sinigaglia. Das kleine Como, erst seit dieser Saison wieder erstklassig, empfängt die Roma. Für die Lombarden wäre ein Sieg der Sprung auf Rang drei, für die Capitoline die Rettung nach einer bisher verkorksten Spielzeit. José Mourinho hat den Kader in einer internen Besprechung offenbar mit der „letzten Chance“ gedroht – die Antwort seiner Spieler folgt auf dem Platz.

Como-Coach Cesc Fabregás setzt dagegen auf junge Beine und hohen Pressing. Die Aufstellung wird wohl keine Überrashung bergen, aber die Intensität schon: Seit February gewann Como fünf der letzten sechs Heimspiele, schoss 14 Tore und kassierte nur drei. Die Stimmung im engen Stadion mit Blick auf den Comer See kann selbst Roma-Ultras in Schockstarre versetzen.

Juve reist indes nach Verona, wo Udinese seit acht Partien ungeschlagen ist. Allegri rotiert voraussichtlich trotzdem – Dybala und Vlahovic sollen sparen, Rabiot und Locatelli die Räume zusammenstellen. Ein Punkt würde die Alte Dame zunächst nur auf Platz fünft versetzen, doch das Restprogramm verspricht Luft nach oben: Gegen Sassuolo, Empoli und Salernitana sind direkte Konkurrenten auf dem Programm.

Atalanta will die europa-league-troika stürzen

Atalanta will die europa-league-troika stürzen

Gasperinis Truppe liegt sieben Punkte hinter Rang vier, hat aber das Nachholspiel gegen Fiorentina in der Hinterhand. Gewinnt Atalanta das, schmilzt der Rückstand auf vier Zähler. Dann winkt ein Finish mit Heimspielen gegen Monza und Lecce – beides Teams, die entweder nix mehr zu verlieren oder schon sicher sind. Die Bergamaschi haben die beste Tordifferenz (+21) aller Verfolger, was bei Gleichstand den Ausschlag geben könnte.

Die Zahlen sind verrückt: Seit der Winterpause holte Roma nur 13 Punkte aus elf Spielen, Como dagegen 22. Juve kam auf 17, muss aber zwei Begegnungen nachholen. Napoli profitierte von der Trennung von Garcia und sammelte unter Calzona 14 Zähler – genug, um weiter oben zu bleiben, aber nicht, um durchzubrennen.

Die TV-Gelder der Saison 2026/27 stehen auf dem Spiel. Wer die Champions-League-Gruppenphase erreicht, kassiert mindestens 15,6 Millionen Euro nur fürs Auftreten, plus Markt-Pool und Siegprämien. Für Klubs wie Como, die seit 2003 nicht mehr international spielten, wäre das eine Finanzspritze von historischem Ausmaß – und könnte den Kader für die nächsten Jahre umbauen.

Die nächsten drei Spieltage sind kein Marathon mehr, sondern ein 100-Meter-Wettlauf mit Stolperstrecken. Wer hier stolpert, fliegt aus den internationalen Rängen. Wer tritt, kann noch träumen. In der Serie A zählt ab sofort nur noch ein Motto: Siegen oder wegbleiben.