Serie a-schiris kassieren nach der 30. spieltag-show: promoviert oder durchgefallen

Pfeifenkonzert statt Fußballromantik. Die Gazzetta dello Sport hat die Unparteiischen der 30. Serie-A-Runde benotet – und die Zeugnisse fallen so vernichtend aus wie ein Platzverweis in der Nachspielzeit.

Der richter mit der besten note war keiner

Kein einziger Schiedsrichter erreichte die 6,5, die in Italien für „nahezu makellos“ steht. Spitzenreiter wurde Daniele Orsato mit 6,0 für seine Leitung von Atalanta – Verona. Er ließ die Partie laufen, schluckte keine Elfmeter-Appelle und gab der Partie den nötigen Biss. Der Rest? Ein Sammelsurium aus Zögern, VAR-Zögern und Fehlentscheidungen im Millisekunden-Takt.

Den Klassenboden kehrte Marco Di Bello (Cremonese – Fiorentina) mit einer 4,5. Er verweigerte den Gästen einen klaren Handelfmeter, ließ Cremonese-Goalie Carnesecchi nach Foul an Saponara ungeschoren und sorgte für den Tweet „#DiBelloVergognati“, der bis Mitternacht auf Platz eins der italienischen Trends kletterte.

Der var wird zur schrottkiste

Der var wird zur schrottkiste

Was niemand laut sagt, lautet: Der Videobeweis mutiert zum Alibi-Button. In Turin zögerte Massa vier Minuten, bevor er Empoli-Trainer Andreazzoli wegen Meckerns des Feldes verwies – und griff dann nicht ein, als Milenkovic einen Meter im Abseits stand. Ergebnis: Note 5,0 und ein Florentiner Sieg, der die Abstiegszone neu vermessen lässt.

Die Zahle spricht für sich: Von acht Partien wurde nur zweimal auf den Monitor geschaut, beide Male verneinte der Referee. Kein Strafstoß kassiert, keine Rote Karte revidiert. Die Liga präsentiert sich als Show, in der der Videoassistent nur noch Statistiker ist.

Was die kurve wirklich denkt

Was die kurve wirklich denkt

In Genua brandete nach Abpfiff ein Sprechchor auf: „Ruben, vai a casa!“ – gemeint war Referee Aureliano, der gegen Samp zunächst Handspiel von Inter-Stürmer Lukaku ahndete, den Elfmeter dann aber kassierte, weil der VAR eine Deutungshoheit bemühte, die selbst Juraprofessoren ratlos machte. Die Gazzette verpasst ihm eine 5,0, die Kurve eine Ohrfeige.

Und jetzt kommt der Clou: Die nächste Runde steht bereits vor der Tür, doch das Designationskomitee schweigt. Keine Suspendierung, keine Erklärung. Stattdessen flattert den Betroffenen am Montag die neue Einsatzzusage ins Haus. Die Botschaft lautet: Fehler zahlt nur, wer keinen Pfiff besitzt.

Wer glaubt, das sei ein italienisches Alleinstellungsmerkmal, irrt. Die Unparteiischen sind längst Teil der Marketingmaschine – nur eben mit umgekehrten Vorzeichen. Während sich Spieler und Coaches nach jedem Foulpfiff rechtfertigen müssen, sitzen die Schiris im Schutzzauber der Liga. Bis der nächste Fehlentscheid eine Meisterschaft versiebt. Dann wird wieder gebuht, geweint – und vergessen.