Serie a: 19 klubs haben ihren trikot-sponsor, nur lazio läuft blank
Die Serie A ist fast vollständig vermarktet – nur ein einziger Klub weigert sich, das Brustlogo zu verscherbeln. Nachdem die AS Roma gestern einen Dreijahresvertrag mit Eurobet.live über 13 Millionen Euro pro Saison unterschrieb, bleibt die Lazio das letzte Team ohne Hauptsponsor. Präsident Claudio Lotito will offenbar nicht „unter Preis“ verkaufen, und so läuft die Mannschaft weiter in weiß-blauen Shirts ohne Werbefläche über dem Herzen.
Die mailänder dominieren die einnahmeliste
Inter und Milan kassieren für ihre Brustwerbung 30 Millionen Euro – Spitzenwert in der Liga. Die Nerazzurri holen das Geld von Betsson.Sport, die Rossoneri von Emirates, wobei Milan den Vertrag ab 2026/27 auf 35 Millionen hochstuft. Juventus dagegen muss nach Skandalen und dem Europa-Ausschluss mit bescheideneren 19 Millionen für Jeep vorliebnehmen und hat sich zusätzlich Visit Detroit als Co-Sponsor eingehandelt, das vier Millionen zahlt.
Die Champions-League-Teilnehmer nutzen die internationale Bühne gnadenlos aus. Der italienische Meister Napoli verlängerte mit MSC Kreuzfahrten und wird künftig deutlich mehr als die bisherigen neun Millionen kassieren. Atalanta, zweimal in Folge Champions-League-Achtelfinalist, sicherte sich ein Upgrade auf fünf Millionen mit Lete. Selbst Aufsteiger Como schraubt sich mit Revolut auf ein Millionenniveau – in manchen Spielen läuft die dritte Trikotvariante mit dem Fintech-Logo als Hauptsponsor auf.

Familieninterne geldströme und regionale deals
Bei manchen Klubs fließt das Sponsoren-Geld direkt aus der eigenen Tasche. Die Commisso-Familie pumpt über Mediacom 25 Millionen in die Fiorentina, Mapei sichert Sassuolo 18 Millionen. Cremonese rotiert zwischen den eigenen Stahl-Firmen Arvedi und il Tainox und bringt so 42 Millionen pro Saison auf die Ladentheke. Bologna erhält von Haupteigentümer Saputo drei Millionen – ein marktüblicher Betrag, der nicht durch die Decke geht.
Am unteren Ende der Tabelle sieht es mager aus: Lecce, Como und Verona kommen gerade mal auf eine Million, Pisa nur auf 700.000 Euro. Der Cagliari-Vertrag mit der Region Sardinien (3,6 Millionen) ist halb Subvention, halb Image-Kampagne – ein Modell, das auch Udinese (1,5 Millionen von der Region Friaul) kopiert.
Die Zahlen zeigen: Wer international spielt, kann sich den Lukrativ-Partner aussuchen. Wer unten klebt, nimmt, was bleibt. Und Lotito? Der wartet auf das, was er für würdig hält. Solange bleibt die Lazio-Brust weiß – und verpasst locker zwölf Millionen pro Jahr.
