Serginho bleibt cool: „milan schafft die champions, egal wie das spiel gegen udinese war“

Ein ganzes Stadion pfiff, die Medien schrieben Krisen-Modus – und trotzdem lächelt Serginho. „Fünf Punkte Vorsprung auf Platz fünf, ein Heimspiel gegen Verona und dann Juve. Das ist kein Drama, das ist ein Endspiel-Marathon“, sagt der Ex-Linksverteidiger, der mit den Rossoneri 2003 und 2007 die Champions League gewann. Sein Fazit nach dem 0:2 gegen Udinese: „Kein Grund, die Kirche ins Dorf zu tragen.“

Warum das heulen um leao & co. übertrieben ist

San Siro grollte, Rafael Leao schlich mit hängenden Schultern vom Platz. Doch wer genau hinsieht, entdeckt Löcher, keine Risse. „Der letzte Treffer eines Stürmers stammt vom 1. März? Richtig. Aber das sagt mehr über das System als über die Qualität“, erklärt Serginho. Seit Trainer Allegri auf das 3-5-2 zurückruderte, fehlt den Außenspielern die Bühne. „Leao braucht Rasen vor den Füßen, kein Gewühl im Zentrum. Pulisic auch. Das ist keine Ausrede, nur eine Erklärung.“

Die Wahrheit liegt in der Statistik: Milan kassierte in 24 von 31 Spielen mindestens einen Punkt, verlor erst zwei Mal in Folge – beide Male gegen vermeintliche Underdogs. „Das Muster ist klar: Gegen Große ziehen sie das Tempo an, gegen Kleine vergessen sie, das Spiel zu kontrollieren. Parma, Udinese – immer das gleiche Lied“, so der Brasilianer. Seine Prognose: „Wenn sie in Verona die erste Viertelstunde dominieren, ist die Angst weg.“

Die woche, die über die saison entscheidet

Die woche, die über die saison entscheidet

Am Sonntag wartet ein Hellas, der seit acht Spielen nicht gewann. Eine Woche später gastiert Juventus in der Scala. „Beide Partien in einem Atemzug zu nennen, ist kein Zufall. Verona ist das Warm-up, Juve der Knock-out“, sagt Serginho. Er wartet mit einer Zahl auf: Gewinnt Milan beide Partien, wäre die Champions-League-Teilnahme laut Datenmodellen zu 94 Prozent sicher.

Allegri denkt laut Insider bereits wieder in Dreierkette – Gabbia rückt neben Tomori und Thiaw, links außen fliegt Theo Hernández. „Das 4-3-3 war ein Experiment, nicht mehr. Die Jungs haben die Automatismen nicht im Blut, deshalb die Riesenlücken gegen Udinese“, erklärt Serginho. Die Lösung: Zurück zur DNA, schnell, kompakt, mit zwei Spitzen, die sich die Gegner vom Hals schaffen.

Und Leao? „Wenn er gegen Juve das 1:0 macht, vergibt San Siro ihm alles. Im Fußball dauert ein Liebesbeweis nur 90 Minuten – manchmal sogar weniger.“