Serena williams in wimbledon: kann das comeback wirklich überraschen?

Wimbledon steht vor der Tür, und mit ihm die Frage: Kann Serena Williams, die nach langer Verletzungspause zurückkehrt, wirklich für Furore sorgen? Die Erwartungen sind gedämpft, aber die Möglichkeiten sind – zumindest theoretisch – gegeben. Ein Comeback der Größe Williams’ ist immer ein Medienereignis, aber die sportliche Realität ist hart.

Ein schatten der vergangenheit?

Ein schatten der vergangenheit?

Es ist fast schon surreal: Serena Williams, 45 Jahre alt, tritt wieder in Wimbledon an. Nach über einem Jahr der Abwesenheit, nach einer Karriere, die so viele Rekorde gebrochen hat – wie viel Tennis steckt noch in der ehemaligen Weltnummer 1? Viele sehen ihr Comeback als eine Art Werbegeschenk, eine nostalgische Reise für die Fans. Aber Williams ist kein Mensch für halbherzige Auftritte. Sie hat immer alles gegeben, und man kann davon ausgehen, dass sie sich intensiv vorbereitet hat. Das Alter ist jedoch ein unbestreitbarer Faktor. Die jungen Spielerinnen sind schneller, fitter und hungriger.

Der Zustand der WTA ist ein weiteres Puzzleteil in dieser Geschichte. Seit Jahren sucht die Tour nach einer dominanten Figur, nach einem Gesicht, das die Fans wirklich begeistern kann. Aryna Sabalenka und Iga Świątek haben zwar Erfolge gefeiert, aber sie haben nie die gleiche Aura wie Serena Williams besessen. Und genau hier liegt die Chance für Williams. Wenn sie in Wimbledon zeigt, dass sie immer noch zu den besten der Welt gehört, könnte das eine enorme Bereicherung für die WTA sein – und gleichzeitig eine Herausforderung.

Die Wimbledon-Historie spricht für sich: In den letzten Jahren gab es eine erstaunliche Vielfalt an Gewinnerinnen. Acht verschiedene Spielerinnen haben seit 2017 das Turnier gewonnen. Das zeigt, dass es keine klaren Favoritinnen gibt, und dass jede Spielerin eine Chance hat, den Titel zu holen. Das könnte Williams in die Hände spielen. Ihr Aufschlag, ihre mentale Stärke und ihre Erfahrung sind immer noch gewaltige Waffen. Aber sie muss bereit sein, hart zu kämpfen und sich anzupassen.

Die Frage ist nicht, ob Serena Williams den Titel gewinnen kann. Die Frage ist, ob sie zeigen kann, dass sie noch immer zu den Top-Spielerinnen der Welt gehört. Ein überraschend starkes Turnier, ein Sieg gegen eine der Top-Favoritinnen – das wäre genug, um die Kritiker zum Schweigen zu bringen und die WTA wieder mit frischem Wind zu versorgen.

Die Wimbledon-Entscheidung fällt am Montag. Und wer weiß, vielleicht erleben wir ja doch noch ein kleines Wunder.