Sepp maier zerreißt die bundesliga: "die liga ist schwach geworden"
Sepp Maier schlägt zu. Der 82-jährige Bayern-Torwartlegende sieht in der aktuellen Torflut des Rekordmeisters kein Zeichen überragender Stärke, sondern ein Alarmsignal für den gesamten Liga-Unterbau. „Die Bundesliga ist schwach geworden“, sagt er im Interview mit der „tz“ – und meint damit die Gegner, nicht München.
Maier erlebte 101 tore, heute drohen 122
1972 hütete Maier den Kasten, als die Bayern mit 101 Treffern Geschichte schrieben. Die Marke hält bis heute. Doch die Tormaschine um Kane, Musiala, Sané jagt rechnerisch 122 Treffer – und das löst bei Maier keine Nostalgie, sondern Sorge aus. „Daraus sollten sich die anderen mal Gedanken machen. Bei uns gab’s keine 5:0-Serien, weil die Gegner besser waren.“
Der ehemalige Welt- und Europameister versichert, er würde jedes Tor mitfeiern, „selbst wenn es 125 werden“. Doch der Jubel klingt wie eine Ohrfeige für den Rest der Liga. „Rekorde sind zum Brechen da“, sagt er, „aber sie entlarven auch, wer sich nicht wehrt.“

Kompany-team erreicht nie das niveau der beckenbauer-ära
Maier schließt nicht aus, dass Münchens aktuelle Truppe den eigenen Torrekord pulverisiert. „Ich bin glücklich, wenn die Bayern 125 Tore schießen.“ Doch er zieht eine klare Grenze zwischen Statistik und Epoche. Das Team um Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Uli Hoeneß holte drei Europapokale und drei Deutsche Meisterschaften in Folge – eine Kombination, die für ihn unerreicht bleibt.
„Bei uns war mehr Ruhe, heute gibt’s durch permanente Wechsel, Berater und Medien einfach mehr Unruhe“, analysiert er. „Deswegen kann so etwas wie in den 70ern nicht mehr zusammenwachsen.“ Die Aussage trifft Vincent Kompany indirekt: Der Coach bekommt zwar Lob, aber kein Vergleich mit dem Sternstunden-Ensemble.
Die Botschaft des 82-Jährigen ist unmissverständlich: Die Bundesliga muss aufstehen, sonst wird der nächste Rekord nur noch ein Beweis für Nachlässigkeit. Und Bayern? Die müssen sich nicht verbessern – sie müssen nur weiterspielen. Die Liga liefert den Rest aus Leichtigkeit und Lethargie. So einfach ist das. So bitter auch.
