Sensationell! leipzig stiehlt punkt in kiel – drama in der handball-bundesliga!
Kiel, eigentlich eine sichere Bank, erlebte am heutigen Spieltag eine Handball-Partie, die in die Annalen der Bundesliga eingehen wird. Der THW Kiel, als Rekordmeister angetreten, musste sich dem SC DHfK Leipzig mit einem schmerzhaften 28:28 abfinden – ein Unentschieden, das angesichts der Umstände und der Spielentwicklung eine regelrechte Sensation darstellt.

Personalsorgen treffen den pokalhelden
Die Personallage beim THW Kiel vor dem Spiel war alles andere als rosig. Fünf Stammspieler fielen verletzungs- oder krankheitsbedingt aus, darunter Emil Madsen nach einer Knie-OP und Elias Skipagötu mit Schulterproblemen. Trainer Filip Jicha musste somit seine Mannschaft umbauen und auf eine ungewohnte Konstellation setzen. Doch der Start war vielversprechend: Kiel ging mit 6:2 und dann 9:2 in Führung. Eine Führung, die sich jedoch als trügerisch erweisen sollte.
Denn Leipzig, das als Tabellenletzter ins Rennen ging, zeigte eine beeindruckende Moral und kämpfte sich ins Spiel zurück. Die Gäste nutzten die zahlreichen technischen Fehler der Kieler gnadenlos aus und glichen die Partie nach 23 Minuten aus (9:9). Die Leipziger dominance in den Statistiken der ersten Halbzeit – eine Wurfquote von 68 Prozent gegenüber 64 Prozent der Kieler – sprach Bände. Besonders hervorzuheben ist die Leistung von Tomáš Mrkva, dem ehemaligen Kieler Torwart, der mit 39 Prozent gehaltenen Bällen und sieben Paraden eine starke Leistung zeigte. Im Gegensatz dazu wirkte Andi Wolff mit lediglich 19 Prozent gehaltenen Bällen unsicher.
Gonzalo Perez de Vargas übernahm in der zweiten Halbzeit das Torwartgeschütz und brachte frischen Wind ins Spiel. Kiel konnte sich kurzzeitig wieder einen Vorsprung von zwei Toren erarbeiten (22:20), unterstützt durch das effektive 7 gegen 6 im Angriff, welches der Leipziger Abwehr Probleme bereitete. Doch Leipzig ließ nicht locker und klebte wie ein Lauflack an den Kielern. Die Spannung stieg ins Unermessliche, als Leipzig in der 52. Minute erstmals in Führung ging. Ein vergebener Siebenmeter von Staffan Peter verhinderte jedoch, dass die Gäste die Führung direkt ausbauten.
Die letzten Minuten waren ein Nervenkrimi. Dean Bombač brachte Leipzig schließlich in Front (25:24). Das Drama erreichte seinen Höhepunkt, als Peter mit dem 28:28-Ausgleichskor nur vier Sekunden vor dem Abpfiff einen Punkt für sein Team sicherte. Kiel hatte zwar noch einmal Ballbesitz, doch Lukas Laube wurde von Matej Klima am Kreislauf aufgehalten. Ein Freiwurf nach Videobeweis brachte letztlich nichts mehr. Leipzig holte sich mit dem siebten Unentschieden einen wichtigen Punkt im Kampf gegen den Abstieg.
„Wir haben jetzt noch fünf Endspiele vor uns und wie wir heute gesehen haben, können wir gegen jede Mannschaft punkten“, erklärte Leipzigs bester Spieler, Peter, nach dem Spiel. Ein klares Bekenntnis zu den eigenen Zielen und ein Beweis für den unbändigen Willen der Mannschaft.
