Sensationell! karl begeistert dfb-elf – müller 2.0 auf dem weg?

Lennart Karl hat mit einer Leistung eingeschrieben, die seit Jahren im deutschen Fußball rar geworden ist: Unbeschwertheit, Tempo und der unbedingte Wille, den Unterschied zu machen. Beim 4:0-Sieg gegen Finnland präsentierte sich der 18-Jährige als echter Lichtblick und weckte Erinnerungen an eine ganz besondere Legende des deutschen Fußballs: Thomas Müller.

Ein wirbelwind im mittelfeld

Schon beim Einlaufen soll Karl „Gänsehaut“ bereitet haben, wie er später im ZDF erzählte. Und auf dem Platz bewies er, dass er nicht nur verspricht, sondern auch Leistung bringt. Der schnelle Offensivspieler leitete mit einem blitzschnellen Eckstoß die Führung von Deniz Undav ein und bereitete später mit einem brillanten Pass den zweiten Treffer des Stuttgarter Stürmers vor. Julian Nagelsmann, der Bundestrainer, zeigte sich begeistert: „Lenny ist ein Straßenfußballer, den man nicht in Strukturen pressen darf, sonst verliert er seinen Flow.“

Was niemand so recht erwartet hatte: Karls Erfolgsrezept ist denkbar einfach: „Ich habe einfach Bock zu zocken, ich scheiß' mir nix.“ Diese unbändige Freude am Spiel, gepaart mit seiner technischen Finesse und seinem Mut, neue Wege zu gehen, macht ihn zu einem Spieler, der das deutsche Offensivspiel beleben kann.

Die müller-vergleiche sind unausweichlich

Die müller-vergleiche sind unausweichlich

Die Parallelen zu Thomas Müller sind kaum zu übersehen. Auch Müller debütierte als junger, unbeschwerter Spieler für die Nationalmannschaft und wurde später zum Torschützenkönig der Weltmeisterschaft 2010. Ob Karl diesen Erfolg wiederholen kann, steht noch in den Sternen, doch sein Auftritt gegen Finnland hat gezeigt, dass er das Potenzial dazu hat. Joshua Kimmich, Kapitän der Nationalmannschaft, ermutigte den Youngster: „Er soll sich Dinge zutrauen, Bälle nehmen, Risiko gehen, Abschlüsse nehmen.“

Die Konkurrenz um die Positionen ist zwar groß, mit Spielern wie Leroy Sané und Jamie Leweling, aber Karl hat sich mit seiner Leistung in den Vordergrund gespielt und scheint bereit für die Herausforderung. Nagelsmann mahnte jedoch zur Geduld: „Bei Lenny ist viel passiert in den letzten sieben Monaten. Der enorme Medienrummel muss verarbeitet werden.“

Die kommenden Spiele werden zeigen, ob Lennart Karl tatsächlich der neue Müller ist. Aber eines ist sicher: Er hat mit seinem Auftritt im DFB-Team für Furore gesorgt und die deutsche Fußballszene in Aufruhr versetzt. Ein junger Mann, der mit Freude am Spiel und dem unbedingten Willen zum Erfolg begeistert.