Sensationell! hoffenheim schreibt bundesliga-geschichte und träumt von der champions league

Die Luft in Hamburg war zum Greifen dicht, als die TSG Hoffenheim einen weiteren Coup landete und die Bundesliga-Szene in Aufruhr versetzte. Nicht nur der 2:1-Sieg gegen den Hamburger SV, sondern vor allem der 17. Dreier in dieser Saison katapultierten die Kraichgauer in neue Sphären – und lassen den Traum von der Königsklasse plötzlich sehr real erscheinen.

Ein vereinsrekord, der mehr bedeutet als nur punkte

Ein vereinsrekord, der mehr bedeutet als nur punkte

Der Sieg war mehr als nur drei weitere Zähler auf dem Konto. Er bedeutete das Überwinden des bisherigen Vereinsrekords und das endgültige Abstreifen der letzten Zweifel am fünften Start in einem europäischen Wettbewerb. Christian Ilzers Mannschaft hat sich einen Ruf als unangenehmer Gegner erworben, der selbst die vermeintlich stärkeren Teams vor eine harte Nuss stellt. Die Euphorie ist greifbar, und das mit gutem Grund.

Baumann nach seinem 520. Bundesliga-Spiel: „Ja, wir werden sehen, aber wir wollen das Maximum herausholen. Der Traum ist da!“ Diese Worte des Kapitäns fassen die Stimmungslage perfekt zusammen. Die Hoffenheimer haben den Geschmack von Erfolg gespürt und wollen sich davon nicht mehr losreißen lassen.

Doch es gibt noch weitere Ziele. Der Punkterekord aus der Saison 2016/17, damals unter Julian Nagelsmann, mit 62 Punkten, ist im Visier. Bei 57 Punkten drei Spieltage vor Saisonende ist das Ziel durchaus erreichbar. Die Konkurrenz schläft natürlich auch nicht, insbesondere der VfB Stuttgart, der am Sonntag gegen Bremen gefordert ist. Ein direkter Vergleich am kommenden Spieltag wird zeigen, wer die Oberhand behält.

Und dann ist da noch die bittere Note für Grischa Prömel. Der Stuttgarter, der nach dieser Saison ablösefrei zum VfB wechselt, sah Gelb-Rot und wird im entscheidenden Derby fehlen. Ein herber Rückschlag für den Spieler, der sich mit einer starken Leistung, vielleicht sogar einem Tor, seine eigene Champions-League-Chance beim VfB hätte verbessern können. Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker kommentierte pragmatisch: „Es war auch eine harte Gelbe Karte, aber oft regeln sich die Dinge von alleine.“

Ein Krimi in der Schlussphase: Das Spiel gegen Hamburg war alles andere als ein Spaziergang. Ein unglücklicher Rückpass von Kabak führte zu einem umstrittenen Elfmeter, den Baumann jedoch mit einem beeindruckenden Stellungsspiel entschärfen konnte. Tim Lemperle sorgte mit seinem achten Saisontor für die Führung, wobei er seine beeindruckende Serie fortsetzte: Immer wenn Lemperle trifft, gewinnt Hoffenheim.

Die TSG Hoffenheim hat sich einen Platz in der europäischen Spitze hart erarbeitet. Mit Leidenschaft, Kampfgeist und taktischer Finesse hat die Mannschaft unter Christian Ilzer eine beeindruckende Entwicklung genommen. Und wer weiß, vielleicht ist es ja doch dieses Jahr soweit: Die Rückkehr in die Königsklasse.