Senegal wehrt sich: afrika-cup-finale wird zur farce

Der Afrika-Cup spuckt nach dem Abpfiff Gift: Die Confédération africaine de football (CAF) erklärt Marokko nachträglich zum Sieger, doch Dakar will vor Gericht ziehen – und schlägt mit juristischem Paukenschlag zurück.

Die entscheidende szene liegt 70 tage zurück

3. Januar, Stade Lat-Dior, Thiès. Brahim Díaz verwandelt den strittigen Elfmeter zum 1:0, Senegal verlässt das Feld in der 77. Minute – Protest wegen angeblicher Schiris-Beleidigung. Die CAF winkt zunächst durch, doch am Montag dreht die Berufungskommission den Spieß um: 3:0-Wertung für Marokko, Pokal an Rabat. Sekunden später knallt Abdoulaye Seydou Sow, Generalsekretär der senegalesischen Föderation, die Tür: „Das Urteil ist eine Schande für Afrika.“

Sow spricht von vorsätzlicher Rechtsbeugung. „Die Kommission war nicht da, um Gesetze anzuwenden, sondern um einen Befehl zu exekutieren.“ Hinter verschlossenen Türen sei kein Beweis gewürdigt worden, stattdessen habe man sich auf eine rein formale Auslegung des Protestartikels gestützt. Dakar zieht nun vor das Court of Arbitration for Sport (CAS) in Lausanne – und riskiert eine Sperre für die Qualifikation 2027.

Die spieler revoltieren im netz

Die spieler revoltieren im netz

Moussa Niakhaté postet ein Foto mit dem Pokal in der Hotellobby: „Kommt und holt ihn euch!“ Malick Diouf ergänzt: „Das führt nirgendwohin, außer zu Spaltung.“ Die Hashtags #JusticeForSenegal und #CafOut trenden innerhalb von drei Stunden in sieben westafrikanischen Ländern. Sponsoren schalten sich ein: Der Telekommunikationskonzand Orange prüft laut internen Papieren, ob man den Vertrag mit der CAF kündigen kann.

Die Marokkaner feiern unterdessen, doch selbst in Rabat wächst das Unbehagen. Sportminister Chakib Benmoussa lobt die „Disziplin der Lions de l’Atlas“, spricht aber von „einem Sieg, der nicht auf dem Platz errungen wurde“. Die königliche Familie will den Pokal offiziell erst überreicht bekommen, wenn das letzte juristische Foul gepfiffen ist.

Die Deadline für den CAS-Antrag läuft in 18 Tagen. Dakars Anwälte sammeln unter Hochdruck Beweise: Videoausschnitte, Schiedsrichter-Protokoll, WhatsApp-Verläufe der Delegierten. Die Rechnung: Falls Senegal den Pokal zurückbekommt, wäre Marokko der erste Champion, der nachträglich degradiert wird. Die CAF müsste 15 Millionen Dollar Preisgeld zurückfordern – und ihr Gesicht verlieren.

Der Afrika-Cup 2025 bleibt ein Trauerspiel, das die Kontinental-Union in eine existenzielle Krise stürzt. Wer auch immer am Ende den Pokal hält: Der Schaden ist längst größer als der Sieg.