Senegal spaziert trotz trophäen-skandal mit pokal durch paris

Sie haben ihm den Titel aberkannt, doch den Pokal behalten sie. Kurz vor dem Freundschaftsspiel gegen Peru marschierte Senegals Nationalteam am Dienstagabend um 00:48 Uhr ins Stade de France – und trug den Afrika-Cup in die Arena, als wäre nichts gewesen.

Der pokal bleibt, der stolus auch

Der pokal bleibt, der stolus auch

Die Bilder wirken wie eine Provokation. Die Mannschaft, deren Triumph 2026 wegen eines eingekauften Schiedsrichters annulliert wurde, umarmt genau diesen Gegenstand ihrer Schande – und macht ihn zum Symbol neuen Selbstbewusstseins. Die FIFA hatte den Pokal eigentlich einziehen wollen. Offenbar vergaß man, ihn abzuholen.

Paris reagierte mit gemischtem Gemurmel. Ein Teil der 65.000 Zuschauer buhte, ein anderer klatschte. Die Spieler selbst schienen die Ironie zu genießen: Kapitän Kalidou Koulibaly hielt die Trophäe demonstrativ hoch, während die Hymne erklang. „Wir wissen, was wir erreicht haben“, sagte er hinterher, „und niemand kann uns die Erinnerung rauben.“

Die Confédération Africaine de Football schweigt bislang. Intern kursiert ein Papier, das die sofortige Rückgabe des Pokals fordert – doch Dakar ignoriert die Frist. Die Logik: Wenn der Titel gestrichen ist, gehört das Objekt eben niemandem, also auch nicht der CAF.

Peru nutzte den Auftritt als mentalen Test. Nach 28 Minuten lag der Außenseiter 0:2 zurück. Die Südamerikaner wirkten irritiert, als hätten sie der Trophäe zugesehen und vergessen, dass ein Spiel lief. Am Ende gewann Senegal 3:1 – ohne offizellen Titel, aber mit dem Pokal in der Kabine.