Senegal mobilisiert regierung gegen caf-titel-raub

Dakar schlägt zurück. Nach dem Coup der Afrikanischen Fußballkonföderation, den Senegal nachträglich des Afrika-Cup entkleidet, fordert die Regierung von Präsident Faye eine internationale Sonderermittlung – und kündigt den Gang vor den Cas in Lausanne an.

Die Staatskanzlei Rose Khady Fatou Faye spricht von „grober Rechtswidrigkeit“. Ihr Vorwurf: Die CAF habe mit der nachträglichen Ernennung Marokkos zum Afrikameister „die eigene Glaubwürdigkeit in den Dreck gezogen“. Das Finale vom 18. Januar, das Senegal durch ein spätes Tor 1:0 gewann, sei ordnungsgemäß abgelaufen – jede nachträgliche Umwidmung daher „zutiefst ungerecht“.

Was hinter der rücknahme steckt

Was hinter der rücknahme steckt

Die CAF begründet den Titelentzug mit einer Spielunterbrechung: Nach dem umstrittenen Elfmeterpfiff hatten die Senegalesen den Platz vorübergehend verlassen, seien aber auf Drängen von Kapitän Sadio Mané zurückgekommen. Für die Konföderation ein Verstoß gegen „integrale Fairness“. Für Dakar ein politischer Eingriff, der die Spielfreiheit unterwandert.

Schon in der Nacht zum Mittwoch meldete der nationale Verband, dass er beim Internationalen Sportgerichtshof CAS Einspruch einlegen wird. Jetzt erhält er Rückendeckung aus dem Präsidentenpalast. Die Regierung will interne Machenschaften innerhalb der CAF-Führung offenlegen lassen – und prüft, ob Geberländer ihre Zahlungen an die Konföderation kürzen.

Die Affäre wirft ein Schlaglicht auf die Machtverhältnisse im afrikanischen Fußball. Wer die Titel nach dem Abpfiff noch umschreibt, dem wächst die Politik über den Kopf – und verliert zugleich die Kontrolle über ihre eigenen Statuten.