Senderos erinnert sich: tränen im bernabéu und die verlorene champions league
Phillipe Senderos, einst ein 'Invincibles'-Mitglied des Arsenal FC, blickt zurück auf eine Karriere voller Höhen und Tiefen. Vor dem Hintergrund des bevorstehenden Champions-League-Finales zwischen Arsenal und dem Paris Saint-Germain teilt der Schweizer, der auch für Valencia und andere Klubs spielte, seine bewegenden Erinnerungen an den legendären Sieg im Bernabéu und die schmerzhafte Niederlage im Champions-League-Finale 2006.
Die tränen vor dem spiel gegen real madrid
Für Senderos war die Begegnung im Santiago Bernabéu gegen Real Madrid mehr als nur ein Fußballspiel. Als Sohn eines Spaniers, dessen Familie glühende Anhänger des weißen Trikots sind, war es die Erfüllung eines Kindheitstraums. „Es war ein Traum, im Bernabéu gegen Real Madrid zu spielen. Ich habe angefangen zu weinen, vor lauter Nervosität, bevor das Spiel überhaupt angepfiffen wurde!“, gesteht Senderos im Gespräch mit MARCA. Die Atmosphäre, das Stadion, die Erwartungen – all das überwältigte ihn. Er lebte seinen Traum, fühlte sich aber gleichzeitig von der Größe des Moments eingeschüchtert.

Der sieg im bernabéu und die verlorene chance
Trotz seiner Nervosität spielte Senderos eine Schlüsselrolle beim 2:1-Sieg des Arsenal. Thierry Henry brillierte an diesem Abend, und die Defensive, die oft improvisiert war – mit Mathieu Flamini als Linksverteidiger und Senderos neben Kolo Touré im Zentrum – hielt stand. „Es war ein besonderes Jahr für uns, wir hatten eine unglaubliche Stabilität. Das ist es, was dir die Chance gibt, Titel zu gewinnen“, erinnert sich Senderos. Der Sieg im Bernabéu war ein Meilenstein auf dem Weg zum Champions-League-Finale.

Das bittere finale gegen barcelona
Das Finale 2006 gegen Barcelona bleibt jedoch eine schmerzhafte Erinnerung. Der frühe Platzverweis von Jens Lehmann und die nachfolgende Umstrukturierung der Mannschaft spielten dem Arsenal in die Hände. Obwohl Sol Campbell Arsenal in Führung brachte, konnte das Team den Anschlusstreffer nicht verhindern. „Es war ein Pechtag. Lehmann wurde frühzeitig vom Platz gestellt, und wir mussten Pires ersetzen und das Team neu ordnen“, erklärt Senderos. Das Spiel gegen Barcelona offenbarte die Grenzen des Teams, trotz einer starken Leistung in der ersten Halbzeit.

Die aktuelle situation von arsenal und real madrid
Als Kommentator beobachtet Senderos die Entwicklung des modernen Fußballs aufmerksam. Er sieht Parallelen zwischen der aktuellen Situation von Real Madrid und der Suche nach der richtigen Balance. „Im Real Madrid gibt es Desorganisation und Kommunikationsprobleme. Florentino Pérez ist zu sehr in die Trainerentscheidungen involviert. Zuerst setzen sie auf einen jungen Trainer wie Xabi Alonso, dann scheinen sie sich für einen erfahrenen wie José Mourinho zu entscheiden. Das deutet darauf hin, dass sie die Erfolgsformel verloren haben.“ Auch beim FC Valencia sieht Senderos Herausforderungen, insbesondere angesichts der Abhängigkeit von der Jugendakademie und des Verkaufs talentierter Spieler. „Valencia hat es schwer gehabt, aber der neue Stadionbau ist ein positives Zeichen. Die Stadt hat ein enormes Potenzial für den Fußball.“

Arsenal als underdog
Im bevorstehenden Finale gegen PSG sieht Senderos Arsenal nicht als Favoriten. „Arsenal wird es nicht stören, der Underdog zu sein. Vielleicht genießen sie es sogar, mit einer soliden Defensive und einem pragmatischen Stil zu spielen. Sie haben die Stärke, die Champions League zu gewinnen, und als frischgekrönte Premier-League-Meister spielen sie mit mehr Freiheit, ohne den Druck, unbedingt einen Titel gewinnen zu müssen.“
Senderos schließt mit einem Fazit über den aktuellen Spielstil des Arsenal: „Ich genieße es, Arsenal-Spiele zu sehen. Sie haben viel Qualität auf dem Platz und wissen, wie sie spielen wollen. Es ist klar, dass sie mit Freiheit in bestimmten Bereichen des Spielfelds agieren.“
