Seixas fordert pogacar heraus: nibali sieht duell der giganten

Lüttich. Der junge Franzose Paul Seixas hat sich bei der diesjährigen Ausgabe von Lüttich-Bastogne-Lüttich in den Fokus gerückt. Sein mutiger Versuch, Tadej Pogacar bei Strade Bianche herauszufordern, lässt nun aufregende Fragen für den Klassiker am kommenden Sonntag aufkommen. Vincenzo Nibali, italienische Radsportlegende, sieht in Pogacar zwar weiterhin den Favoriten, schätzt aber auch das Potenzial des 19-Jährigen ein.

Ein duell mit sternchen: pogacar gegen seixas

Die 112. Austragung von Lüttich-Bastogne-Lüttich verspricht ein Spektakel zu werden. Der slowenische Superstar Tadej Pogacar gilt als klarer Favorit, doch Paul Seixas könnte ihm das Leben schwer machen. Nibali erinnerte im Gespräch mit Eurosport an Seixas' beeindruckenden zweiten Platz bei Strade Bianche: „Wir haben gesehen, wie Paul bei Strade Bianche gegen Tadej gefahren ist und versucht hat, an ihm dranzubleiben.“

Der ehemalige Tour-de-France-Sieger ist jedoch vorsichtig in seiner Einschätzung: „Tadej hat im Moment noch das gewisse Extra, und Paul ist noch sehr jung. Ich glaube nicht, dass er schon mit Pogacar auf Augenhöhe konkurrieren kann. Vielleicht kann er in seiner Nähe bleiben, aber am Ende ist Tadej auch schneller im Sprint.“ Die Tatsache, dass Seixas überhaupt in Pogacars Radermittlung eingreifen kann, ist ein Zeichen seines enormen Talents.

Französische träume und die gefahr des hypes

Französische träume und die gefahr des hypes

In Frankreich sorgt Seixas bereits für euphorische Stimmung. Die Grande Nation träumt dank des jungen Talents erstmals seit Bernard Hinault 1985 wieder von einem französischen Gesamtsieger der Tour de France. Nibali teilt diese Begeisterung, warnt aber vor den möglichen negativen Auswirkungen des Hypes: „Alle Szenarien auf dem Tisch“, so die Schlagzeile. „Ich weiß allerdings nicht, ob er schon bereit für die Tour de France ist. Ich persönlich hätte einen etwas behutsameren und ruhigeren Weg gewählt, denn die Tour ist im Vergleich zu anderen Rennen extrem komplex, schwierig und deutlich nervöser.“

Denn die Tour ist ein ganz anderes Kaliber als ein Eintagesrennen wie Lüttich-Bastogne-Lüttich. Seixas muss sich beweisen, darf aber nicht durch zu hohe Erwartungen unter Druck gesetzt werden. Es geht darum, seine Entwicklung zu fördern, nicht ihn zu verbrennen. Sein Auftritt am Sonntag wird zeigen, wie weit er wirklich ist – und ob die französischen Träume von einem neuen Star begründet sind.

Die Augen der Welt sind auf ihn gerichtet, aber Paul Seixas muss seinen eigenen Weg gehen.