Seixas dominiert die itzulia – pogacar-nachfolge in sicht?
Paul Seixas hat bei der itzulia Baskenland ein Ausrufezeichen gesetzt. Der junge Franzose fuhr seine Konkurrenten in Grund und Boden und demonstrierte eine Reife und eine Stärke, die seines Alters nicht angemessen sind. Es ist nicht nur ein Sieg, es ist eine Botschaft: Eine neue Ära im Profi-Radsport könnte gerade eingeläutet werden.

Ayuso und del toro chancenlos – seixas im flüstermodus
Die Erwartungen waren hoch, doch Seixas übertraf sie um Längen. Juan Ayuso und Isaac del Toro, als seine größten Herausforderer gehandelt, mussten sich dem jungen Franzosen geschlagen geben. Eine Leistung, die an Tadej Pogacar in dessen frühen Jahren erinnert – eine Mischung aus Talent, taktischem Geschick und einer beeindruckenden mentalen Stärke.
Die Etappe über 164 Kilometer mit über 3.300 Höhenmetern war ein harter Test, den Seixas mit Bravour bestand. Bereits sein Auftritt bei der Zeitfahranalyse in Bilbao war kein Zufall gewesen, sondern ein klares Bekenntnis zu seinen ambitionierten Zielen. Der Decathlon-Team legte einen brillanten taktischen Plan vor, der perfekt auf die Stärken von Seixas zugeschnitten war.
Zunächst bildete sich eine Spitzengruppe mit Fahrern wie Bruno Armirail und Raúl García Pierna, die einen Vorsprung von über zwei Minuten herausfahren konnte. Doch das Decathlon-Team übernahm das Zepter und erhöhte den Druck, um die Favoritengruppe zusammenzuhalten. Kévin Vauquelin, Zweiter der Gesamtwertung, musste sich nach einem Sturz kurz sammeln, doch er konnte schnell wieder Anschluss finden.
Bei der Bonifikationssprint am ‘Kilómetro Red-Bull’ sicherte sich Hayter die ersten Punkte, gefolgt von Armirail und García Pierna. Doch es war klar: Der entscheidende Kampf würde sich in den steilen Anstiegen abspielen. Besonders der Aufstieg zum San Miguel de Aralar, mit einer Neigung von 7,8 Prozent, sollte zeigen, wo der Teufel steckt.
Und genau dort entfesselte Seixas seine beeindruckende Vorstellung. Mehr als 25 Kilometer vor dem Ziel attackierte er mit einem kraftvollen Vorstoß, der seine Konkurrenten überraschte und augenblicklich in die Bredouille brachte. Ayuso begann zu schwächeln, während sich eine kleine Gruppe um Del Toro und Lipowitz verzweifelt versuchte, die Lücke zu schließen – ohne Erfolg.
Der junge Franzose fuhr einen Vorsprung von über einer Minute heraus, während der peinliche Mangel an Koordination unter den Verfolgern es ihm noch leichter machte. Mikel Landa stürzte unglücklich, was seine Hoffnungen auf ein gutes Ergebnis zunichte machte. Seixas hingegen zeigte eine Dominanz, die seines Alters nicht würdig ist.
Die endgültige Spreizung von 1’20” ist eine klare Aussage: Paul Seixas ist nicht nur ein vielversprechendes Talent, sondern ein ernstzunehmender Anwärter auf den Gesamtsieg und ein Kandidat, der das WorldTour-Peloton nachhaltig verändern könnte. Die Frage ist nicht, ob er es schafft, sondern wie schnell er die etablierten Stars dethronisieren wird.
